Workforce Marketing inside, outside … (#VUCA IV/06)



Die beidseitige Front

(C) Frits Ahlefeldt

(C) Frits Ahlefeldt

Workforce Marketing ist die eigentliche Umkehrung aller Werte im Arbeitsmarketing 2.0. Hier werden die Mitarbeiter des Unternehmens direkt in die Vermarktung der Dienstleistung bzw. des Produkts mit einbezogen, und zwar nicht nur innerhalb des Arbeitsprozesses, sondern auch ausserhalb des Unternehmens. Sie treten in den Sozialen Medien auf ihrer eigenen Homepage und unter ihrem Namen auf. Ihre Kompetenzen und ihr Know-how stehen für das Firmenbranding und ihr eigenes Image.

In den Sozialen Medien werden sie als glaubwürdige Privatperson und effizienter Mitarbeiter oder Partner des Unternehmens zur sichtbaren Qualität des Produkts. Als Teil ihres eigenen Netzwerkes sind sie authentisch und das Logo sowie das immaterielle Branding leben durch sie! Die Commerzbank versucht das ebenfalls seit kurzem mit aufwendigen TV-Werbespots.

Das Workforce Marketing greift viel tiefer und weiter als die Werbespots für das Unternehmen der Mitarbeiterwerbung. Die Mitarbeiter sollten ja nicht offen für das Unternehmen in den Sozialen Medien trommeln. Das verstößt in Ländern wie Deutschland nicht nur gegen das Wettbewerbsrecht. Es kann leicht in eine ganz andere Richtung gehen.

Auch die inzwischen alltägliche Facebook Firmenseite, die als Hub und Interface möglichst viele Sympathisanten und Mitarbeiter auf- und mitnehmen will, ist nichts als platte Werbung 2.0, seitdem Großkonzerne, Sportclubs, Politiker und Fernsehsender Dutzende solcher Seiten unterhalten und aus Social Media einen neuen Werbekanal gemacht haben.

Das Workforce Marketing, das vom Startup Unternehmen Ajax für LinkedIn mit ausgetestet und vermarktet wird, unterstützt das Firmenbranding durch die Mitarbeiter-Erfahrung im PR 2.0 Einsatz. Das Produkt oder die Dienstleistung können so professionell und persönlich an beiden Enden vermarktet werden.

Hier kommen nicht mehr die Social Media oder Kommunikationsprofis zum Einsatz, sondern die Menschen, die das Produkt entwickelten und kennen. Der Mitarbeiter bekommt ein Gesicht, und eine Stimme. In Videos oder Tutorials teilt er sein Wissen und zeigt dabei das Produkt oder die Dienstleistung im Einsatz. Wenn nicht er, wer sonst? Auch das ist Wissenstransfer und creative commons als Bindeglied zwischen Mitarbeiter und Kunden. Dafür bedarf es vieler neuer Kompetenzen.

Für Startups und kleine Unternehmen, die ihren Marktwert zuerst durch ein gutes Branding aufbauen und pflegen müssen, bietet sich das Workforce Marketing als innovative und dynamische Business Lösung geradezu an.

Es ist speziell auf die Bedürfnisse der Millionen Kleinunternehmen zugeschnitten und macht in seiner Logik und Umsetzung nicht nur ganze PR- und Marketingabteilungen bzw. Agenturen überflüssig. Es wirft auch die herkömmlichen organisatorischen Raster der Arbeitswelt über den Haufen:

  • Indem sich ein Mitarbeiter in den Sozialen Medien als Teil eines Unternehmens darstellt, wird er indirekt eine Komponente des Firmenbrandings, in guten und schlechten Zeiten.
  • Für den Mitarbeiter verwischt sich dabei die Trennlinie zwischen Privat- und Arbeitsleben. Seine Fachkenntnisse sind nur vermarktbar, wenn sie nach außen hin vermittelbar sind, und zwar suchmaschinenoptimiert und benutzerfreundlich.

Unternehmen dürften also nur noch Mitarbeiter einstellen, die inside/outside im Workforce Marketing mit verwertbar sind, die bereits eine Identität 2.0 haben und wissen, wie man damit umgeht. Mitarbeiter wiederum sollten sich gut überlegen, welche Bausteine sie in ihrem Personal Branding und ihrem professionellen Profil auf LinkedIN oder XING auch wirklich weiter verwerten können.

Rubik‘s Cube könnte gut die Komplexität des Workforce Marketings darstellen aber vielleicht auch ein Perpetuum Mobile.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin
für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing.

Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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