Was “mein” Badge mit Edu gemein hat …

Letzte Woche haben wir den ersten EduBattle durchgeführt. Andreas hat diesen Satz gewonnen – es sei ihm gegönnt! Ich wollte aber noch nach Abstimmungsende aufklären, warum es sich bei meinem Fundstück sehr wohl um Education handelte.

Als Thema hatten wir bekanntlich Badges gewählt. Nicht zuletzt stimmte ich dafür, weil ich mich mal wieder mit dem Thema Open Badges auseinander setzen wollte.

Seit schätzungsweise 2009 werden Badges in der Bildung diskutiert, um Leistungsnachweise weniger curricular über vermittelte Inhalte zu beschreiben als vielmehr die erworbenen Kompetenzen über spielerische, visuelle Icons zu symbolisieren. Hinter denen natürlich dezidiertere Beschreibungen liegen.

Die Diskussion rund um Badges kam in meiner Erinnerung in der Hochphase der Diskussionen rund um Gamification auf. In Spielen wird seit ca. 10 Jahren “the next big thing” für das Bildungssystem vermutet. Kein Trendbericht ist sich seitdem zu schade, dieser Entwicklung den baldigen Durchbruch zuzusprechen. Derweil, es will nicht so recht glücken.

Leider vermute ich auch beim Thema Badges, die Euphorie hat sich bereits gelegt, ohne jemals richtig ins Laufen gekommen zu sein. Der Grund könnte sein, dass sich die Vielzahl an modernen Kompetenzen kaum über die Sammlung vielfältiger Badges sinnvoll dokumentieren lässt. Zwar kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie einen motivierenden Charakter entwickeln können – für Einzelne. Aber als ernsthafte Alternative zur Dokumentation einer tatsächlichen Kompetenz eignen sie sich m.E. nicht.

Zugegeben, diese Erkenntnis beruht nicht auf langwierigen Studien. Vielmehr hat sich mir der Eindruck durch meine informelle Bewegung durch die Netze aufgedrängt.

Und diesem Eindruck wollte ich also beim EduBattle spielerisch weiter nachgehen, ob ich etwas finden könnte, was diesem widersprechen könne. Um es kurz zu halten: Nein, ich habe nichts wirklich Überzeugendes gefunden. Vielleicht habe ich nicht an den richtigen Stellen gesucht. Aber bei meiner Suche über die einschlägigen Seiten hatte ich den Eindruck, die Forschungen sind seit 2012 mehr-oder-weniger eingefroren.

Auch fand ich kaum überzeugende Beispiele aus dem engeren Bildungsbereich – ausser der Vergabe eines Badges für das Durchstehen eines Kurses o.ä.

Und deshalb fragte ich in meinem Personal Learning Network gezielt an, wer mir seinen Lieblings-Badge nennen könne. Spontan gefiel mir der Last Degree-Badge, den mir der Gamification-Experte Roman Rackwitz empfahl mit den Worten: Ein Badge kann immer nur so gut sein wie die Leistung, die dazu geführt hat.

north-pole-badge

Weise Worte. Bei der Beschäftigung mit dem Event kam mir gleich der Gedanke: Das ist projektbasiertes, individuelles Lernen par excellence. Der Protagonist setzte sich ein Ziel und hat sich dann nach-und-nach die erforderlichen Fähigkeiten angeeignet, die es brauchte, um diese Herausforderung erfolgreich anzugehen. Der Badge war dann irgendwann eine PR-Massnahme von Foursquare, um dem Ganzen noch eine spielerische Komponente mitzugeben.

Was sonst soll Bildung sein, als Menschen zu befähigen, genau so vorzugehen?

Und im Grunde besagt diese Aktion eigentlich alles, wozu man Badges gebrauchen kann. Es ist ein zusätzlicher Layer, der bei manchen Menschen greifen kann, um einer sowieso geplanten Aktion noch eine weitere, spielerische Komponente hinzuzuführen. Mehr nicht. Jede weitere Bedeutungsaufladung ist vermutlich Ideologie. Zumindest glaube ich dies solange, bis ich vom Gegenteil überzeugt sein werde 😉

Und dazu werde ich mir auch nächstes Jahr den Badges-MOOC von Ilona Buchem anschauen. Vielleicht finde ich da noch eine neue Facette.

ÜberAnja C. Wagner

denkerin, netzwerkerin, mensch | .edu .ux .politik | co-founder of @frolleinflow & initiatorin @ununitv | weitere infos hier: http://acwagner.info

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