Was ist ein Unort?

deutsch: Unort – english: non-place
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Einleitung: Das Konzept des Unorts (http://www.transcript-verlag.de/ts1406/ts1406_1.pdf):
”(…) Denn als der größte, unser alltägliches Leben bestimmende ›Unort‹ ist wohl das World Wide Web zu begreifen. Wo befindet sich ein User, der durchs Netz surft? Er befindet sich körperlich auf seinem Schreibtischstuhl, aktiviert Prozesse am eigenen Rechner, springt von lokalisierbarem zu lokalisierbarem Host; doch im Endeffekt treffen all diese partiellen ›Verortungen‹ nicht seine wirkliche Position. Die Handlungen des Users sind nachvollziehbar, ebenso wie die der beteiligten Rechner; sie konstituieren jedoch einen ›Raum‹, der sich von einer örtlichen Fixierung absetzt und sich eben dadurch als rhizomartiger ›Unort‹ etablieren kann.”
(IN: Matthias Däumer, Annette Gerok-Reiter, Friedemann Kreuder (Hg.): Unorte. Spielarten einer verlorenen Verrottung. Kulturwissenschaftliche Perspektiven, 2010)


In diesem Sinne lokalisiert sich ununi.tv als “Unort”. Im Gegensatz zu “klassischen” Unkonferenzen, die eine spezifische Verortung aufsuchen, um sich im physikalischen Raum körperlich zu treffen, transferieren wir “unsere” Unkonferenz ins Netz.

Im eVideo-Projekt haben wir über viele Jahre die verschiedenen Entwicklungen im massentauglichen Videokonferenz-Markt aktiv mitverfolgt und in unser Bildungskonzept zu integrieren versucht. Die Technologien sind zwischenzeitlich recht brauchbar, aber weiterhin sehr teuer und somit für kleinere Projekte kaum nutzbar. Mit den sich abzeichnenden Entwicklungen der Google+ Hangouts realisiert sich erstmals eine gebrauchstaugliche Nutzung von Videokonferenzen mit wirklich demokratisierender Wirkung. Ohne technischen Sachverstand kann fortan jede Person kostenfreie Online-Sessions einberufen und sich mit persönlich interessanten Menschen weltweit austauschen (gut, im Gegenzug schenkt sie ihre Daten dem Moloch …).

Das könnte in unseren Augen von nahezu revolutionärer Bedeutung für den Bildungsmarkt sein – sofern das Angebot dauerhaft kostenfrei bleibt. Es lassen sich theoretisch globale Mentoringprogramme starten, die unabhängig sind von kontrollierten Fördertöpfen (o.ä.). Wir müssen dazu “nur” Leute miteinander verbinden, die sich wechselseitig  zu persönlich interessanten Themen finden und qualitativ austauschen können. Hier möchten wir einen Beitrag leisten, indem wir dem “Unort” Internet seine netzspezifische Flexibilität zurückgeben und zusätzliche Hilfestellungen anbieten. Wir gründen also keine verortbare Community mit einem kontrollierten Programm, sondern breiten eine Infrastruktur aus, die von thematisch interessierten Personen ausgestaltet wird.

Überununitv

Ich bin die anonyme Assistenz des tollen ununi.TV-Netzwerkes. Ich habe noch nicht einmal ein Gesicht ...

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