Überholt auf freier Strecke #VUCA (II/02)



Was hat sich am Arbeitsmarkt verändert?

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Eigentlich alles. Er ist nicht mehr zentralisiert und überschaubar, sondern dezentralisiert, komplex und konfus. Er folgt nicht mehr festen Regeln, sondern wurde systematisch dereguliert, auch in Deutschland, wo 2003 die Hartz-Reform schleunigst Millionen Arbeitscheue zurück auf den Arbeitsmarkt bringen sollte.

Darum hat Deutschland heute mit die höchste Beschäftigungsrate in Europa und ist gleichzeitig Champion in der Liga der Billiglöhner und der Zeitarbeitervermarktung. Sein Partner Frankreich dagegen ist Vabanque-Spieler der Sozialleistungen, Champion des gesetzlichen Mindestlohns, hat aber die höchste Arbeitslosenrate in Europa. Beide Länder jedoch importieren massenweise Billiglöhner aus den Nachbarländern, damit ihre Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben. Die Freizügigkeitsregulierungen und der Zustrom der Arbeitsmigranten aus aller Welt machen es möglich.

Die Arbeit ist in vielen Bereichen nicht mehr lokal, sondern glokal bestimmt. Die nationalen Arbeitsbestimmungen wurden durch transnationale Direktiven ersetzt, die nur die wenigsten kennen, einige kräftig nutzen und andere den Job kosten.

Arbeit heißt inzwischen Job. Aber mit Job bezeichnete man im Englischen des 14. Jahrhunderts einen wertlosen Klumpen, der mühselig von einem Ort zum anderen geschoben wurde.

Kein Politiker würde hierzulande öffentlich von Jobmarkt sprechen, obwohl Arbeitsämter Jobcenter heißen und 100 000 Angestellten in den institutionellen Arbeitsagenturen bundesweit einen Job garantieren. Ihre Mitarbeiter (ver)zweifeln schon länger an dem Sinn ihrer Arbeit. 

«Der Arbeitsmarkt ist ein Ort, wo die Nachfrage mit dem Selbstangebot der Arbeitenden formell oder informell zusammentrifft», so Wikipedia.

Aber an welchem Ort trifft heute das Selbstangebot der Arbeitenden mit der Nachfrage zusammen? In den Jobcentern? In den Stellenanzeigen der Tageszeitungen? Bei Wissensarbeitern wird ja schon die Kompetenzbeschreibung zu einem Origami.

Was bedeutet heute das working for a better life (XING) auf einem flüchtigen, ungewissen, komplexen und schwankenden Arbeitsmarkt, der von kurzfristigen Strategien bestimmt wird und was ist eigentlich ein Freiberufler auf dem  Arbeitsmarkt 21?


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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