Trust Agents (#VUCA V/5)



Marketing durch Know-how im Einsatz

(C) Frits Ahlefeldt: MAN-EATS-MAN-EATS-MAN-COLOR http://hikingartist.com/2011/06/23/man-eating-man-illustration/man-eats-man-eats-man-color/

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The Trust Agents” nannte Chris Brogan 2006 die Einbeziehung der neuen „Sozialpartner“ in das Marketing, das Branding der Unternehmen durch die Sozialen Medien.

Sobald die Geschäftsbeziehungen den direkten und lokalen Kontext verlassen, brauche es andere Vertrauensagenten und Vektoren als die örtlich begrenzte Mundpropaganda, den guten Ruf und ein gutes CRM. Auch die klassische PR und Werbung decke die digitale Welt nicht mehr ab.

In der vernetzten Businesswelt mit überregionalen und internationalen Kontakten und Transaktionen sei der Aufbau eines dauerhaften Vertrauens die neue Herausforderung für alle, die von dem globalen Business profitieren wollen, so Chris Brogan.

Für die Großunternehmen ist das kein Problem. Die Top 100 größten Unternehmen brauchen keine trust agents, um sich auf dem entgrenzten Weltmarkt zu behaupten.

Doch die Millionen Kleinunternehmen, die mit ihren Produkten, Ideen und Dienstleistungen kleine Marktanteile im global business erkämpfen müssen, sind auf diese trust agents angewiesen.

Was motiviert ein mittelständisches Unternehmen in der Provence, mit einem Kleinunternehmen in Eberswalde zusammenzuarbeiten, um gemeinsam ihre Produktideen auf dem künftigen Markt der green economy besser zu vermarkten?

Die Identität 2.0, das Profil und der Zusammenhang, in dem sich das Unternehmen und seine Mitarbeiter im Netz oder in den Sozialen Netzwerken präsentieren, werden zu den neuen Vertrauensvektoren, zu trust agents.

Das Netzwerk dahinter bürgt indirekt und direkt für die Informationen, das Image und das Branding.

Vertrauen sei nicht nur das Wachstumshormon der Wirtschaft und Finanzwelt, sondern auch Bestandteil der Webökonomie, vor allem im unteren Bereich, wo Kleinunternehmen sich vernetzen sollten und Startups überregionale Cluster bilden können.

Soweit die Theorie.

Die Funktion der trust agents, die Chris Brogan 2006 den Sozialen Netzwerken und den Nutzern als Kunden oder Partnern noch ganz allgemein zusprach, hat LinkedIn schnell aus den Sozialen Medien und Bewertungsportalen herausgeholt und den Bedürfnissen seiner Hauptzielgruppen auf dem VUCA-Arbeitsmarkt des 21. Jahrhunderts angepasst.

Statt likes und Kommentare, von denen die meisten nicht viel wert sind, wurden authentische Mitarbeiter in Interaktion mit den Kunden gebracht.

Daraus entstand das Workforce Marketing,

  • das die Sozialen Medien,
  • die Mitarbeiter (workforce)
  • mit dem Qualitätsmanagement 2.0, Reputationsmanagement und Kundenbeziehungsmanagement (CRM) 2.0 verknüpft, und ein neues Marketingkonzept entwickelt:

Der Mitarbeiter wird Teil eines neuen kollaborativen Marketing- Managements und zum aktiven trust agent. Dabei baut er viel effizienter als die follower auf Facebook oder Twitter Vertrauen in das Produkt und Unternehmen und dessen Glaubwürdigkeit auf.

Er kann auch noch viel mehr als die Kommunikationsprofis: Er kann nämlich von Dingen reden und schreiben, die er genau kennt. Ob er sie auch gut kommunizieren kann, ist dann eine Frage der Kompetenzen 2.1 oder der Lernbereitschaft des Einzelnen.

Nicht alle Mitarbeiter sind nämlich in der Lage, ein Tutorial oder eine Gebrauchsanweisung mit sketchnotes, common craft, powerpoint, prezi oder screencasting professionell zu produzieren.

Diese inside/outside Publikationen sollen ja in erster Linie dem Unternehmen nutzen, dem Mitarbeiter nicht schaden und außerdem zielorientiert sein: Interesse, Feedback, Interaktion mit den Kunden erzeugen und das Ranking verbessern.

Nicht alle Unternehmer können neben dem Alltagsgeschäft und den Kernaktivitäten noch ein Corporate Design, eine Corporate Identity, SEO-Richtlinien und inhaltliche Grenzen bestimmen.

Ganz zu schweigen von dem Vertrauen in die Mitarbeiter, wenn sie nur temporär mit von der Partie sind. Hier sind wieder Mittler und Dienstleister gefragt, die diese Kompetenzen begleiten und unterstützen. Die Kommunikations- und Werbeagenturen werden durch permanente Weiterbildung ersetzt.

Nicht alle Unternehmen sind bereit, Entscheidungsfreiheiten an Mitarbeiter zu geben, die direkt mit den Kunden in Kontakt sind.

Je mehr Unternehmen hier mitmachen, je eifriger die Mitarbeiter ihr Wissen und professionelle Informationen ins Netz stellen und dabei einen Open Innovation Process ankurbeln, desto dichter werden die Daten, desto feinkörniger wird die Innen- und Aussenansicht der glokalen Unternehmenslandschaft und das 3D Bild ihres verfügbaren Humankapitals.

Nebenbei kann der Netzwerkbetreiber noch die vielen neuen Bedürfnisse auf der One-Stop Plattform befriedigen. Das und noch viel mehr gibt es im Überbau dieser intelligenten Workforce Agency.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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