Supernova am Arbeitsmarkt (#VUCA IV/01)



Phänotypen 2.0 der VUCA-Welt

(C) Frits Ahlefeldt

(C) Frits Ahlefeldt

Alle Sozialen Netzwerke mit professionellem Hintergrund richten sich an Menschen, die neben ihren Fachkenntnissen auch professionell im Web 2.0 kommunizieren können.

Nur sie erstellen Inhalte, in denen die Suchmaschinen weiter herumstöbern können und die andere vielleicht gut finden und weiterleiten.

Aber alle Sozialen Netzwerke leben vom Inhalt, denn so entsteht der social loop*. Trotzdem sind auch auf XING, LinkedIn, Viadeo Millionen blinde Passagiere mit dabei. Sie sind der virale Beifang.

Für die Profis jedoch dürfte «Think different. Think Web!» mehr als nur ein Slogan sein. Vernetztes Denken und Handeln gehört mit zum survival kit der VUCA-Ökonomie, zum Selbstmarketing 2.0 und zum Workforce Marketing.

Für die Wissensarbeiter der Generationen XYZ sind die Hardware und Software Teil ihres tätigen Lebens geworden. Im kollaborativen und kooperativen Social Learning bekommen sie Zugang zu aktuellem Wissen im Wandel und können ihr eigenes regelmässig aktualisieren.

Die Wissensgesellschaft 21 ist zwar großzügig, liberal, offen im Geist, aber gnadenlos in der Praxis. „Yes we can!“ ist mehr als nur ein flacher PR Slogan der Obama Kommunikation. Er ist Teil des American Way of Life and Working und …alternativlos. Jeder kann!

Jeder kann sich heute nicht nur als Profi, sondern vor allem als Experte in der digitalen Wissensgesellschaft profilieren. Wo? Auf den Sozialen Netzwerken für Business & better working life. Sie haben sich zur ersten professionellen Referenz in der globalen Business-Welt gemausert.

In der VUCA-Ökonomie bekommen die Sozialen Netzwerke für Business als Informanten der Online-Jobmakler oder Personalvermittler immer mehr Zulauf. So wurden sie innerhalb eines Jahrzehnts zum informellen globalen Umschlagplatz der Wissensarbeiter. Die Erklärung liegt nicht nur im Social Media Hype. Auch die Fakten der VUCA-Welt fördern ihren Erfolg:

  • Die Zahl der Arbeitssuchenden auf dem glokalen JobMarkt steigt ständig und gleichzeitig ihre Bereitschaft zu Mobilität, Flexibilität.
  • Die Atomisierung der Unternehmenslandschaft schreitet weltweit voran. Die multinationalen Konzerne bauen in allen Regionen die Zulieferketten der Subunternehmen weiter aus.
  • Einerseits konzentrieren sich somit die globalen Transaktionen in den Händen weniger Multis, die immer mächtiger werden und sich die Märkte jenseits der Kartellämter aufteilen. Andererseits zerbröseln sie auch ihre Zulieferketten nach dem Archipelsystem in immer kleinere Einheiten.
  • Größere Unternehmen ersetzen Festangestellte durch temporäre Mitarbeiter oder lagern sie in Subunternehmen aus.
  • Gleichzeitig steigt auch der Bedarf der Unternehmen in den Industrie- und Schwellenländern, zeitnah die passenden Teams temporärer Mitarbeiter auf dem globalen Arbeitsmarkt zusammenzustellen: Die neuen Technologien erfordern neue Kompetenzen, für die vielerorts ein systemischer Fachkräftemangel herrscht und in allgemeiner Bildungsnotstand.

So wurden aus den 39 Millionen Nutzern der LinkedIn-Plattform 2003 zehn Jahre später 300 Millionen Mitglieder weltweit.

Auch wenn LinkedIn in Deutschland noch immer eine schwache Resonanz hat (mehr dazu in Kapitel 9), wächst diese Supernova am Arbeitsmarkt 21 überall dort, wo Aufbruchstimmung herrscht und wo die vielen kleinen Dienstleistungen als Chance und nicht als Risiko angesehen werden, wie zum Beispiel die direkte Coursera-Verlinkung.

In den Schwellenländern haben die Sozialen Netzwerke für Business den größten Zulauf, was den deutschen Unternehmen viele neue Möglichkeiten gäbe, wenn sie dabei wären. Aber auch in den EU-Ländern, wo die Unternehmen nicht an den alten traditionellen Industriemodellen festhängen, sondern in die neuen Technologien (green, blue, orange) und in das Internet der Dinge einsteigen wollen, gehören die Sozialen Netzwerke für Business zum Unternehmensalltag. Dort finden auch die Ideen von Edmund Phelps (Nobelpreis für Ökonomie 2006) ein offenes Ohr.


* Social Loop ist der unbegrenzte Kreislauf der Daten und Informationen in den Sozialen Netzwerken über die verschiedenen Kontaktkreise, die sich in endloser Verkettung von selbst vorantreiben, sofern sie regelmässig aus allen Ecken mit Daten gespeist werden. Im User Generated Content Management und im Open Innovation Prozess ist es nicht nur interessant, möglichst viele Kanäle (pipes) zu haben, sondern auch verfolgen zu können, wie dieser informelle und immaterielle Verkehr verläuft, wann und wie und vor allem wie schnell der Inhalt zirkuliert. Dazu gibt es auch verschiedene Software wie z.B. pipes.yahoo. Yahoo wurde jüngst von Microsoft übernommen.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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