Social Mashup & Meetup (#VUCA IV/05)



Globale Verknüpfungen

(C) Frits Ahlefeldt

(C) Frits Ahlefeldt

Auch auf einem globalen Arbeitsmarkt mit hoher Nachfrage und großem Angebot an Humanressourcen sind Soziale Netzwerke als Arbeitsagenturen keinesfalls Selbstläufer.

Ihre Überlebenschancen hängen davon ab, wie schnell und dynamisch sie den Netzwerkeffekt optimieren können. Er ist ihr immaterieller Treibstoff. Alle Online-Plattformen brauchen ihn für ihre ständige Weiterentwicklung. Sie benötigen dafür auch viel Kapital und sind deshalb von Investoren oder großzügigen Fördermitteln abhängig.

Auch Soziale Netzwerke für Business sind auf das Vertrauen der Investoren angewiesen, um ihre Leistungen zu optimieren. Auf der ersten Ebene wird deshalb mit dem Netzwerkeffekt als Business Intelligence geworben. Hier öffnet sich zudem für alle Nutzer die Möglichkeit der Agora, wo Unternehmer, Manager, Angestellte, Freiberufler, Solounternehmer und Freelancer informell lokal und global zusammenkommen können.

Diese potentielle Direktverbindung ist für beide Seiten ein starkes Motiv, dabei zu sein. Im Direktkontakt wäre alles einfach und unkompliziert. Das unzureichende SEO-Know-how der Personaler und Unternehmer wird jedoch zur Einkommensquelle der zahlreichen Jobvermittlungen, die ihnen diese Arbeit gern abnehmen und dann an beiden Enden mitverdienen. Aus der ursprünglichen Chance zur unkomplizierten Vernetzung entsteht somit eine neue Abhängigkeit der Klein- und Kleinstunternehmer und der Freelancer.

Soziale Netzwerke im Business 2.0 sind nicht nur eine informelle Business Agora, sondern auch Monopoly-Spiele. Der Netzwerkeffekt macht nämlich aus den alten Geschäftsregeln eine technologische Notwendigkeit. Nur wer schnell eine Pole-Position in diesem Marktsegment belegt, bekommt leicht das Vertrauen bzw. das Geld der Investoren und macht am Ende das Rennen. Für die Online-Plattformen auf dem Arbeitsmarkt 21 ist es nicht anders. Auch da ist das Spielfeld schon abgesteckt:

LinkedIn und Facebook mit BranchOut, die beiden Spitzenreiter in der globalen Champions League der Sozialen Netzwerke, werden alles daran setzen, um in den nächsten Jahren mit unterschiedlichen Strategien die meisten Daten und Informationen aus der lokalen und globalen Businesswelt zu bekommen, sie zu speichern und dann zu verwerten.

Das geschieht wohlgemerkt immer im Nutzerinteresse, denn die Sozialen Netzwerke für Business tun ja nur ihr Bestes, um den VUCA-Jobmarkt allen zugänglicher zu machen!

Unbeschränktes Mitmachen auf allen Ebenen, Selbstmarketing, Workforce Marketing 2.0, Online-Reputationsmanagement im Namen der Transparenz, Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit sind in einer VUCA-Welt Vertrauensvektoren und Meilensteine auf dem Weg zum Erfolg. Das ist zwar ambivalent, komplex und flüchtig, gehört aber zu den harten Fakten der digitalen Revolution.

Aus ihnen entstehen die zettabytes und der Stoff, aus dem die Algorithmen in Sekundenschnelle eine interaktive Innen- und Außenansicht der globalen Businesswelt erstellen können. Hinter dem A in VUCA steht ambiguous und das bedeutet zweideutig, zwiespältig, doppelsinnig.

Zwischen den beiden großen Netzwerken wird sich in den nächsten Jahren der globale Machtkampf um das Monopol der weltweiten Jobvermarktung abspielen: BranchOut (Facebook) wirbt mit seiner Milliarden-Community und der App im mobilen Endgerät und hat dabei die 25-35 Jährigen im Visier; zu ihnen gehören die makers und slashers.

LinkedIn spricht mit seinen 300 Millionen Nutzerprofilen auch die Generationen 35-55 an. Das ist das Durchschnittsalter der Manager, Firmenchefs, Kleinunternehmer und Freelancer. Dieser Zielgruppe bietet LinkedIn neben der Vernetzung viele Zusatzleistungen im Premium-Modus an. In diesem Segment sind zudem die meisten aktiven Beitragenden, die für ihr Ranking qualitative Inhalte veröffentlichen und immer wieder reichhaltige Daten spenden.

Mit zunehmendem Aktionsradius für alle (globale Reichweite), steigendem VUCA-Effekt und schwindenden Vertrauensfaktoren wächst vor allem das Netzwerk-Bedürfnis des Einzelnen.

Die Arbeitnehmer waren bislang nur (spärlich) in Gewerkschaften oder Berufsgenossenschaften mit begrenzter Reichweite organisiert. Sie müssen sich irgendwo schnell vernetzen, denn niemand überlebt lange allein in der VUCA-Welt.

Und was wäre die Motivation auf Unternehmerseite?

Wie stellt ein Unternehmen seine Forschungs- und Entwicklungsteams zusammen? Woher kommen seine Mitarbeiter? Mit welcher Frequenz werden die Mitarbeiter intern ausgetauscht? Big Data-Analysten können sofort erkennen, ob die Führungskräfte wirklich interaktiv kommunizieren. Auch das ist eine Form der neuen Transparenz.

Welche Gruppenaktivität fördert den internen Wissenstransfer? Wer sind die Beitragenden? Wie viel eigenes und aktives Humankapital besitzt ein Unternehmen wirklich? Lohnt es sich, mit ihm zusammenzuarbeiten? Auf all diese Fragen geben die Sozialen Netzwerke für Business präzise Antworten, die sie aus den zettabytes an Daten generieren können.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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