Sketchnotes und Infodoodles

Sketchnotes und Infodoodles sind eine interessante Alternative, um zunehmend komplexere Sachverhalte und Informationsfluten zu bändigen. Wir geben ein paar Beispiele, wie man diese Art der Visualisierung nutzen kann.

Was sind Sketchnotes und Infodoodles?

Diese Bezeichnungen kommen von zwei der namhaften Begründer der Bewegung aus dem Design-Bereich.

  • Mike Rhode prägte den Begriff Sketchnotes – visuelle, handgezeichnete Notizen, die mithilfe bestimmter Elemente Informationen bündeln und verdeutlichen sollen.
  • Sunni Brown prägte den Begriff Infodoodles und rief die Doodlerevolution ins Leben. In dieser Bewegung propagiert sie die These, dass Menschen mit der einseitigen Ausrichtung auf Sprache eine ihrer natürlichsten Veranlagungen ignorieren: das Zeichnen, das Visualisieren und die Nutzung des Rezipierens über die Bildsprache.

Beide haben Handbücher herausgegeben, halten Vorträge, zeigen Videos mit Techniken.

Schritt für Schritt-Anleitung für einen aufgebrühten Kaffee

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Warum die Bildsprache nutzen?

Die allseits bekannte Geschichte mit dem “Buchstabensalat” – also die Behauptung, man müsse nur den ersten und letzten Buchstaben eines Wortes lesen, um das Wort zu verstehen – ist nicht ganz haltbar als fundierte Theorie.

Dennoch ist es eine Tatsache, dass das Gehirn im Laufe des Lebens unzählige Bilder ab speichert und sie nutzt, um ihnen später Informationen zu zu ordnen. Bis zu 80 Prozent aller Informationen werden durch die visuelle Wahrnehmung sortiert.

I cannot draw_web

Ich kann nicht zeichnen…

… ist der meist gehörte Satz, wenn man Leute fragt, ob sie visuelle Notizen ausprobieren wollen. Viele Infodoodler und Sketchnoter haben allerdings keine Grafik- oder Designausbildung. Sie unterscheiden sich nur in einer Hinsicht: sie haben ihre Fertigkeiten im Laufen von Monaten oder Jahren verfeinert. Sie konzentrieren sich auf das Vermitteln von Ideen und Informationen, nicht auf die künstlerische Darstellung. Man kann das Visualisieren erlernen.

Science 2.0-Barcamp | Zur Vergrößerung bitte klicken

Es geht um Kommunikation

Hierbei wird unterschieden zwischen verschiedenen Kommunikationszielen:

  • Interne Kommunikation
    • Inhalte von Arbeitsgesprächen und Meetings
    • Verbreitung von Unternehmenszielen, neuen Strategien und Jahresplänen
    • Prozessdokumentation in Projekten
    • Lösungsschritte von Problemstellungen festhalten und entwickeln
    • Kommunikation von Konzepten, Ideen, Workflows
  • Externe Kommunikation
    • Aussendarstellung des Unternehmens und seiner Produkte (in Werbematerialien, auf Websites, in Social Media-Auftritten)
    • Austausch von Konzepten und Projektschritten mit externen Dienstleistern
    • Entwicklung von Projekten mit externen Dienstleistern
    • Öffentlichkeitsarbeit
Sketchnote zum Time for Buzz-Prinzip auf digiheads.de

Sketchnote zum Time for Buzz-Prinzip auf digiheads.de

Ganz wunderbare Beispiele finden sich leicht

Scott Torrance ist Gründer der Content Marketing-Firma Flux Insights, bloggt regelmäßig auf Medium über seine visuelle Ausrichtung als Berater und gestaltet alle seine Vorträge entsprechend.

Claire Holgate hat sich auf Beratung in kreativer visueller Kommunikation konzentriert. Sie hält Workshops und arbeitet als Graphic Recorder: auf Konferenzen erstellt sie großformatige visuelle Schaubilder zu den Tagungen.

Erklärvideos sind eine noch recht junge Technik, die sich an den veränderten Nutzungsgewohnheiten in den Neuen Medien ausrichtet. Sie finden Anwendung im Marketing-Bereich für die Produktpräsentation oder als Imagefilme, unterstützen im internen E-Learning und Change Mangement oder kommen in der PR-Arbeit und Stakeholder-Kommunikation zum Tragen. Zum Reinstöbern hier eine Liste mit Beispielen auf Youtube.

Science 2.0 Barcamp | Zur Vergrößerung bitte klicken

 

Neugierig geworden?

Die Bild-Beispiele in diesem Artikel geben einen ersten Eindruck zu dem, was machbar ist.

Zwei davon sind großformatige Live-Sketchnotes: “8 rules of a barcamp” und “Openness has won” entstanden auf dem diesjährigen Barcamp Science 2.0 – einer Veranstaltung mit ca. 50 Teilnehmern. Sie zeigen zum einen die visuelle Mitschrift eines Vortrags von Christian Heise zum Thema Open Science und veranschaulichen zum anderen das Prinzip des Formates Barcamp.

Die anderen Beispiele entstammen verschiedenen Szenarien: “Time for Buzz” für das Projekt digiheads.de, “I can not draw” gehört zu einem Vortrag auf der diesjährigen Social Media Week in Hamburg, “Problem-Solving” (Artikelbild) ist eine Fingerübung für die Twitter-Community #todaysdoodle,  “How to make a coffee” desgleichen und ist im Grunde eine Prozessbeschreibung.

ununi.TV bietet darüber hinaus einen Online-Kurs für die Basistechniken des Sketchnotings an. Dieser ist derzeit für Einzelpersonen noch sehr kostengünstig on-demand buchbar. Ab 15. April stellen wir das Online-Programm etwas um – und konzentrieren uns dann stärker auf Business-Kontexte. Seid gespannt!

Wenn ihr solange als Firma nicht warten wollt: Wir nehmen bereits Anfragen von Firmen an, die mehrere Mitarbeiter schulen lassen wollen. Dafür halten wir bereits eine Community- und sogar eine Live-Variante des Kurses bereit, da hier ein direkter Austausch und sorgfältige Begleitung durch individuelles Feedback zu den Entwicklungsschritten erfolgt.

Sprecht uns an, wir schnüren euch ein individuelles Paket!

ÜberAndrea Brücken

Social Media Skills, Communication, Learning 2.0 |#sketchnotes #doodles |@dieHauteCulture

Ein Kommentar zu Sketchnotes und Infodoodles

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