Sennetts These lautet: Ob Goldschmied oder Töpfer, ob Politiker oder Pianist, ob Programmierer oder Musiker – all diese Menschen gehen einem Handwerk nach, das nach technischer Perfektion strebt und Selbstversunkenheit zur Folge hat. Damit sind Handwerker all jene, die den Wunsch verspüren, “etwas Konkretes um seiner selbst willen gut zu machen”. Dieser Wunsch und das Erlebnis, ganz in seiner Arbeit an einem “Werkstück” zu versinken – sei es ein Musikstück, ein Computerprogramm, die Naht einer Wunde oder ein selbst geschreinerter Tisch –, ist das, was die moderne (Arbeits-)Psychologie als “Flow” beschreibt. Und es ist das, was Menschen in der modernen Welt offensichtlich eher in ihrer Freizeit erleben als in ihrem Arbeitsalltag. Oder doch nicht?

Karen Struve  über Richard Sennett: Handwerk als LOB DES “FLOWS” in: Fluter vom 15.6.2012

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