Sei sichtbar und zeige (fast) alles! (#VUCA IV/10)



Transparenz und Sichtbarkeit

(C) Frits Ahlefeldt

(C) Frits Ahlefeldt

Wie bekommt ein Soziales Netzwerk mit einer virtuellen Workforce Intelligence Agency im Dachgeschoss kostenlos und freiwillig die Daten von Millionen Nutzern?

Indem es sie überzeugen kann, dass es hier all das gibt, was sie unbedingt brauchen und woanders nicht so leicht bekommen.

Dafür wird ein ganz neues Marketingkonzept eingesetzt, das sowohl die Suchmaschinendynamik als auch die Bedürfnisse der Zielgruppen verknüpft:

“Bei optimaler Sichtbarkeit bekommst Du professionell relevante Informationen für Deine Aktivitäten und dazu vielfältige Businesskontakte. Ohne die bist du nicht viel wert!”

Diese Forderung und das Versprechen dazu bringen den Nutzer sofort auf die Web 2.0, 3.0 und 4.0 Ebene und überrumpeln alle herkömmlichen Gepflogenheiten des professionellen Netzwerkbetriebes. Dort hinterlässt man zwar gern die Kontaktdaten, einen Flyer oder sogar eine Werbebroschüre, aber ist doch sonst sehr zurückhaltend in anderen Bereichen wie Kompetenzen, Netzwerke, Projekte oder ehrenamtliches Engagement.

Was bedeutet das konkret für den Einzelnen und das Kleinunternehmen, um die Potentiale dieser Plattform effektiv zu nutzen? Die bedingungslose Akzeptanz des 1. Gebotes der Internet-Ökonomie:

“Sei sichtbar und zeige alles, was den anderen erlaubt, sich von Dir ein Bild zu machen. Anonymität ist verdächtig und professionell schädlich. Nur Bänker, Mafia-Bosse, Oligarchen und Kriminelle meiden die Sichtbarkeit und verzichten auf Glaubwürdigkeit!”

Alle anderen sind im globalen Business nur durch absolute Transparenz und Sichtbarkeit glaubwürdig und somit in der Internet-Galaxy auffindbar. Das beginnt mit dem Internet-Auftritt und zieht sich wie ein roter Faden durch die SEO und Sozialen Medien.

Abgesehen davon, dass so ein optimales Selbstprofiling des individuellen Nutzers auch einem virtuellen Nacktscanner gleichkommt und einen Quantensprung in den Mentalitäten voraussetzt, erhält jeder im Gegenzug die Möglichkeit, das eigene professionelle Netzwerk lokal und global aufzubauen, sorgfältig zu pflegen, ein Business of Kindness zu entwickeln, ständig am Profil zu werkeln und im glokalen Informationsfluss zu bleiben. Der Zeit- und Kostenaufwand bleiben überschaubar.

Für den Erfolg oder Misserfolg jedoch ist jeder selbst zuständig. Die Webökonomie nimmt uns alle in die Pflicht und Selbstverantwortung. Sie setzt dabei auch eine unbegrenzte Selbstbeteiligung voraus.

Wenn aber der Jobsucher nach ein paar Monaten trotzdem weder eine JIMBII Meldung (Jobs you might be interested in) noch ein direktes Angebot bekommen hat, so hat er entweder nicht die richtigen Fragen gestellt, die falschen Suchbegriffe eingegeben oder er hat einfach nicht professionell genug an dem AIDA Modell gearbeitet! Das gleiche gilt für den Kleinunternehmer.

Wenn bei der Google-Suche im Netz, das Unternehmen nicht mit seinem LinkedIn oder XING-Profil schnell (auf den ersten Seiten) gefunden wird, dann hat es es nicht gut seine Hausaufgaben gemacht.

Für die Millionen Startups, Selbst- oder Mikrounternehmer (etwa 9 Millionen im DA-CH-Raum) ist diese neue doppelte Dienstleistung, und zwar

  • kostenloser Speicherplatz für den eigenen Showcase,
  • professionell optimierte Nachrichtenkanäle,

ein unschätzbarer immaterieller Mehrwert.

In einem virtuellen Schaufenster und auf einem Nachrichtenkanal 2.0 sollten jedoch nur frische und einmalige Produkte gezeigt oder verbreitet werden. Alles andere ist kontraproduktiv.

Wie schwer das vielen Freiberuflern und Kleinunternehmern fällt, ist schon an den unzähligen mangelhaften Internet-Auftritten und LinkedIn- oder XING-Profilseiten gerade in dieser Kategorie zu erkennen, ganz zu schweigen vom unzureichenden Workforce Marketing der meisten Unternehmen auf den Sozialen Plattformen für Business.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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