Quality Digest First (#VUCA IV/04)



Das Gütesiegel 2.0

(C) Frits Ahlefeldt

(C) Frits Ahlefeldt

Den Wandel auf dem globalen Arbeitsmarkt in einem Sozialen Netzwerk aufzufangen, war als Idee ebenso spekulativ wie die Geschäftsidee von Amazon oder Ebay.

Im Grunde wurden nur anhand der technologischen und mathematischen Möglichkeiten potentielle neue Anwendungsbereiche erdacht und weiter entwickelt.

Amazon oder Ebay vermarkten Produkte nach dem Long-Tail-Prinzip, sind aber aufgrund ihres Geschäftsmodells  gezwungen, die Kernaktivitäten immer weiter auszudehnen, bis sie irgendwann implodieren oder von anderen ganz neuen Geschäftsmodellen wie Ali Baba übeholt zu werden.

Bei Online-Plattformen, deren Kernaktiviät die Vermarktung von Arbeit ist, die aber gleichzeitig als Soziales Netzwerk fungieren, ist das Kerngeschäft viel nachhaltiger.

Ihr Kerngeschäft ist in seinem Wesen der VUCA-Ökonomie angepasst, unterliegt aber gerade deshalb nicht der neuen Kurzfristigkeit. Auf dem glokalen Arbeitsmarkt der VUCA-Ökonomie wächst nämlich die Nachfrage nach dieser Business-Lösung von Tag zu Tag.

Die VUCA-Ökonomie selbst wird von Kurzfristigkeit bestimmt, ist aber an sich eine Verkettung von immer kürzeren Nanozyklen, die sich mittelfristig weiter vorantreiben werden. Darum sind Soziale Plattformen als eine Art virtuelle und informelle Arbeitsbeschaffungsagentur lukrativ und von Dauer.

Der multiple Netzwerkeffekt MSP schafft die Strukturen für diese neue Komplexität und Unklarheit. Die Algorithmen und ein klarer Programmierprozess ermöglichen es, selbst aus unübersichtlichen VUCA-Effekten im Arbeitsmarketing 2.0 klare Infografiken und eindeutige Informationslinien zu erstellen.

Im Frontend arbeitet die Marketingsstrategie von XING oder LinkedIn mit den einfachen Netzwerk-Argumenten: Je zahlreicher die Nutzer, desto effizienter die Plattform. XING bleibt darum ein Business-Netzwerk mit beschränkter regionaler Reichweite.

Im Backend wird auf LinkedIn in 12 Schritten das Profil erfasst. Die optimale Sichtbarkeit, Transparenz und Authentizität nutze dem individuellen Nutzer als Marketer in eigener Sache, so die Marketingbotschaft der Netzwerkbetreiber.

Die aktive oder passive Selbstvermarktung, das proaktive Arbeitsmarketing 2.0 und das Workforce Marketing 2.0 sind feste Bestandteile der i-Reputation. Sie soll Vertrauen im Netz aufbauen. Vertrauen, Transparenz und Glaubwürdigkeit werden noch wichtiger, sobald die geschäftlichen Beziehungen das Terrain der realen Welt verlassen und sich in die virtuelle Netzwelt begeben.

Das wird zwar bei LinkedIn und XING nicht so deutlich formuliert, ist aber Teil der Überzeugungsarbeit, die im Workforce Marketing von den Mitarbeitern vollbracht wird. Wichtig ist auch für sie, die höchstmögliche Nutzerzahl zu bekommen, die nicht nur durch ihre Menge ein Mehrwert sind, sondern vor allem durch ihre Eigenschaft.

Wenn es etwas umsonst gibt, sind immer alle dabei. Das wissen auch Google, Facebook und Twitter. Darum gewähren sie den Nutzern kostenlosen Zugang, weil sie auf Quantität setzen. Die Masse bringt‘s. Die Betriebs- und Entwicklungskosten finanzieren sie dann aus anderen Einnahmequellen.

Die Sozialen Netzwerke für Business hingegen (LinkedIn, XING und Viadeo) setzen auf die Qualität der Nutzerdaten und auf die Qualität der Zusatzleistungen (Suchmaschinenoptimierung). Darum haben sie einen progressiven Freemium-Zugang eingebaut.

Jeder bekommt erst einmal freien Zutritt zu den Basisleistungen. Wer mehr Qualität, Service und die Chance auf einen ROE haben will, muss zahlen. Nebenbei arbeiten die Algorithmen für den Weiterverkauf der Daten und das Big Data Recruiting. Wieviel kosten zehn Jahre auf LinkedIn und XING im Premium Abteil? Nachrechnen lohnt sich immer.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


EXKLUSIV auf ununi.TV

ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin
für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing.

Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

Schreibe einen Kommentar

Bitte nutze deinen richtigen Namen.