New Work: Für viele noch neu, für Google sehr alt

Da heute alle von New Work und mein schöner, neuer Arbeitsplatz reden. Google wird ja regelmäßig zum besten Arbeitgeber gekürt. Durch Zufall stiess ich eben auf eine alte Evernote-Notiz, die ich mir im Herbst 2008 abspeicherte.

(Ich hatte über viele Jahre einen Lehrauftrag zum Thema Arbeitsprozessorganisation. Jedes Semester setzte ich einen anderen Schwerpunkt und liess das kollaborativ erarbeiten. In einem Semester widmeten wir uns zum Leidwesen einiger Studis dem Thema Arbeitsorganisation bei Google …)

Das Video habe ich eben gegoogelt …


Hier meine erste Stichwort-Sammlung vom Oktober 2008 zum Thema, die ich mir offensichtlich zusammen getragen hatte:

Fortune-Magazin kürte Google zum besten Arbeitgeber

  • Hier die Rangliste von 2008 (und hier der aktuelle Stand 2015)
  • Googleplex als Freizeitpark
  • kostenloses Essen in Gourmet-Restaurants
  • Swimmingpools, Massageräume, Yoga-Räume, Kindergarten, Friseur – kostenlos
  • $5,000 Zuschuss bei Kauf eines Hybrid-Autos
  • $2,000 bei erfolgreicher Empfehlung des Google-Arbeitsplatzes an einen Freund
  • Vielzahl weiterer Benefits
  • ca. 200 neue Mitarbeiter pro Woche (einige Personen kann man derLinksammlung zu Personen bei Google entnehmen
  • Bewerbungsverfahren: Fragebogen mit Fragen zu persönlichen Daten, Weltanschauung, Verhaltensmustern -> Algorithmus => Punktestand zwischen 1 und 100 = Aussage, wie gut der Bewerber auf die Stelle passt
    • Beispielfragen:
      • Haben Sie schon einmal einen regionalen, landesweiten oder Welt-Rekord aufgestellt?
      • Haben Sie schon einmal Geld für Nachhilfe, Kochen oder für das Ausführen eines Hundes verdient?
      • Haben Sie eine wohltätige Organisation gegründet?
      • Haben Sie schon einmal ein Buch geschrieben?
  • 70-20-10-Prinzip für Management:
    • 70% der Ressourcen gehen in dn Ausbau und die Weiterentwicklung der Kernbereiche Suchmaschine und Anzeigengeschäft
    • 20% in neue Angebote und Produkte
    • 10% in die Entwicklung neuer Ideen und Konzepte
  • 80-20 Prinzip für Techniker
  • Teams von 3-5 Personen
  • Diskretion der Mitarbeiter, um mit viralem Marketing per gezielter “Indiskretionen” oder “vermeintliche technische Fehler” die neuen Google-Dienste in den Markt zu bringen
  • Summer of Code: alljährlicher Studi-Wettbewerb im Open-Source-Kontext

Grundprinzipien der Innovation bei Google

Laut Marissa Mayer, Produktchefin bei Google (siehe Google-Organigramm):

  1. Ideas come from everywhere
  2. Cheer everything you can
  3. You’re brilliant, we’re hiring
  4. A licence to pursue dreams
  5. Innovation, not instant perfection
  6. Data is apolitical
  7. Creativity loves constraints
  8. It’s users, not money
  9. Don’t kill projects, morph them

Ablauf eines Innovationsprozesses

  • Entwicklung in kleinen Teams
  • Wöchentliche Sprechzeiten bei Marissa Mayer
    • Besprechung neuer Ideen und erste Budgetverhandlung
  • regelmäßige Vorstellung der neuen Ideen gegenüber den 3 Top-Managern
  • 8-mal im Jahr: Brainstorming mit 100 Ingenieuren und Forschern, in denen jeweils 6 Konzepte vorgestellt udn diskutiert werden -> weiteres Vorgehen wird gemeinsam festgelegt
  • Beispiel-Ablaufplan: Business Case Prediction Markets at Google

Anreizsysteme = Arbeitsweise

  • 20-Prozent-Regel
  • kleine, flexible Teams
  • Optionsscheine auf Google-Aktien
  • Founder’s Award Program in Mio-Höhe
  • Partnerschaften statt Feindesdenken
  • Ausgangspunkt der technologischen Weiterentwicklung ist nicht die kurzfristige Profitmöglichkeit, sondern die Problemlösung.

ÜberAnja C. Wagner

denkerin, netzwerkerin, mensch | .edu .ux .politik | co-founder of @frolleinflow & initiatorin @ununitv | weitere infos hier: http://acwagner.info

Schreibe einen Kommentar

Bitte nutze deinen richtigen Namen.