New Ways of Working (Studie des B-Teams)

Das B-Team ist ein Zusammenschluss prominenter Unternehmer_innen von Richard Branson über Arianna Huffington bis hin zu Muhammad Yunus, die gemeinsam gemeinnützig wirken möchten.

Generell zeichnet sich ja eine interessante Entwicklung ab: Immer mehr Unternehmen greifen die Tendenz zum “Social Entrepreneurship” auf und sehen sich in der Verantwortung, mit ihren Unternehmen einen Beitrag zu leisten, soziale Probleme zu lösen. Auch wenn diese Firmen dann nicht alle not-for-profitarbeiten.

In diesem Kontext ist im Januar 2015 der Report New Ways of Working entstanden. Darin werden 3 zentrale Treiber identifiziert, die im Zusammenspiel zu 9 zentralen Veränderungen in der Arbeitswelt bereits heute führen.

Die skizzierten Entwicklungen in Stichwörtern:

Erster Treiber: Die technische Revolution legte den Grundstein für einen veränderten Blick auf die Art, wie wir auf die Geschäftswelt neu blicken sollten. Hier lauten die zentralen Stichwörter:

  • globale Vernetzung
  • Smarter Working
  • Automatisierung & Logik der Algorithmen
  • radikale Transparenz
  • grosse Potenziale in der Entwicklung

Symptomatisch für diese Entwicklung, sind die Auswirkungen von Social Media auf die neue Art, Business zu denken.

Zweiter Treiber: Globale Veränderungen beeinflussen auch wesentlich die Art, wie Unternehmen sich und ihre Mitarbeiter_innen sehen und pflegen müssen.

  • Klimawandel
  • Kollaboration und Innovation
  • Social Entrepreneurship

Dritter Treiber: Im Aufprall der unterschiedlichen Ansprüche verschiedener Generationen in der Belegschaft kristallisieren sich neue Herausforderungen heraus.

  • Das Ende der Rente
  • Generation Why?
  • Das Zusammenspiel der Generationen

Zentrale Folgen für die Geschäftswelt

1. Zweckgerichtete Organisationen setzen neben den Profit auch Menschen und den Planeten auf ihre Agenda – im Englischsprachigen treffen hier 4 P’s aufeinander: Purpose, Profit, People, Planet.

  • Verantwortung neu definieren
  • Ende der Verschwiegenheit
  • Entwicklung weg vom CSR zum bewussten Business
  • Ende des 9-to-5-Jobs
  • Ende der Kurzsichtigkeit: langfristige Lösungen gewinnen an Priorität

2. Lebenslanges Wachstum (schöner Begriff – besser als lebenslanges Lernen) ist eine Anforderung, die Menschen heute mitbringen müssen und die weit über klassische Qualifizierungsprogramme hinaus gehen.

  • 70:20:10-Lernen statt 123 (70% lernt man während man den Job erledigt; 20% durch Feedback von anderen; 10% durch formales Training).
  • Regelmäßigere Feedback-Routinen für den Einzelnen (Coaching, Mentoring, Training, Beratung)
  • Sharing Economy
  • Kompetenzen statt Abschlüsse

3. Die Zukunft der Führung im Zeitalter der kontinuierlichen Disruptionen.

  • Vorbei die Zeiten der Gatekeeper
  • Neue Qualitäten gefragt (mehr Fragen, mehr Authentizität, mehr Community Manager)
  • Mehr Botschafter_in für den Wandel
  • Hybride Führungspersönlichkeiten, die zwischen Profit- und Non-Profit-Interessen einen Kompromiss finden
  • Hohe emotionale Intelligenz erforderlich, die Frauen nach vorne bringen könnte
  • Global denken
  • Guter Instinkt, Daten richtig zu interpretieren

4. Das Wohlergehen global zu begrüssen, ist eine weitere positive Entwicklung, die auch in den Unternehmen ankommt.

  • Alte Führungsformen führen zu einer ungesunden Belegschaft
  • Glückliche Angestellte sind engagierter und erfolgreicher
  • Firmeneigene Programme unterstützen diese Entwicklung
  • Wohlergehen ist eine Ressource

5. Das klassische Organisationsmodell wird durch eine Vielzahl an Initiativen und Experimenten in Stücke gerissen.

  • Kollaborative, crowd-basierte Ansätze [so wie unser Zugang, btw.]
  • Flache Hierarchien
  • Große Organisationen werden wohl Abteilungen outsourcen
  • Neue Arbeitsumgebungen

6. Employer Branding wird so wichtig sein wie die Produktmarke.

  • Fluide Belegschaften
  • Virtuelle Zusammenarbeit
  • Social Networking, intern wie extern
  • Den Zweck des Unternehmens leben, nicht nur verkünden
  • Unternehmenskultur als zentralen Treiber aufbauen

7. Das Büro neu als Inkubator des Unternehmens denken.

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Neue, schöne, attraktive Büros
  • Das Aufkommen von Co-Working-Räumen
  • Kollisionen ermöglichen, um Serendipity-Effekte zu forcieren
  • Der offen zugängliche Arbeitsplatz als Marke

8. Differenzierung in gute und schlechte Jobs gilt es zukünftig zu vermeiden.

  • Menschen in den Mittelpunkt rücken
  • Neue Rollen festlegen
  • Gute Trainingsangebote
  • Fairere Zukunft

9. Neue Definitionen für den persönlichen Karriere-Erfolg haben auch Auswirkungen auf Unternehmen.

  • Weniger hierarchisch als vernetzt denken
  • Der Lebenslauf als CV wird abgelöst von einer dynamischen Online-Präsenz
  • Unternehmen müssen sich der gesellschaftlichen Verantwortung stellen und ein gutes Klima schaffen


Auszug aus The NeWoS vom 7. Juli 2015, unserer ununi.TV Rundschau (du kannst sie hier abonnieren)

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ÜberAnja C. Wagner

denkerin, netzwerkerin, mensch | .edu .ux .politik | co-founder of @frolleinflow & initiatorin @ununitv | weitere infos hier: http://acwagner.info

Ein Kommentar zu New Ways of Working (Studie des B-Teams)

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