Meine neue Serie @ununitv: TAKE ACTION

Lange habe ich nachgedacht, auf welches Thema ich meinen persönlichen Fokus bei ununi.TV legen sollte. Ich bin jetzt fündig geworden …

Ende letzten Jahres sprach ich mit @mons7 über die Lessons Learned aus unseren bisherigen Mensa-Talks:

10 Fragen stellten wir regelmäßig in den Mensa-Talks. Vor allem die beiden Fragen, was man gerne früher gelernt hätte und was man jetzt unmittelbar noch an Knowhow benötige, beschäftigte mich immer wieder. Bei einer Draufsicht auf die einzelnen Antworten fällt auf, wie sehr sich die Einzelnen gewünscht hätten, rückblickend mehr Inspiration hinsichtlich ihrer Möglichkeiten erfahren zu haben.

Was hättest du gerne früher gewusst?

  • richtige Ansprechpartner finden für eigene Anliegen
  • Social Kick, Fragen stellen dürfen/können in sozialen Netzwerken
  • Je mehr ich ich, desto besser funktioniert mein Arbeiten – mehr Selbstbestimmung statt fremde Pfade, unmittelbares Feedback aus Netzwerken; soziales Kapital über Personal Marketing
  • kein Zusammenhang zwischen formaler Bildung und Glück
  • Schnittstellen-Kompetenzen, Partner, Netzwerke
  • Unabhängigkeit als Voraussetzung für Lernen
  • zu später Einstieg ins Web mangels Kenntnis der weiten Welt
  • betriebswirtschaftliche Vorgänge, Finanzen
  • Buchhaltung, Finanzbereich, Psychologie
  • Programmierung, CSS, Javascript, Businesspläne, Preisbindung, Markenbildung, Positionierung
  • Selbstständigkeit
  • Medienkompetenz, Informationsbeschaffung
  • Grenzen austesten, um an Grenzen zu stossen
  • Handwerk, Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten zu spät erkannt, soziales Netzwerk hilft einem vor Ort
  • kein Lernen auf Halde, sondern just-in-time bereit sein für Neues
  • Systematik für Freiberuflichkeit & Verwirklichung, Strategie & Kontakt zum Leben zulassen, Lebendigkeit & Signale des Lebens erkennen
  • Scheitern provozieren, um eigenen Standpunkt zu finden
  • offene Gespräche auf Augenhöhe sind zielführender als wechselseitiges Verkaufen von Meinungen – Frauen sollen sagen, was sie denken

Worum es hier zentral geht, so meine Interpretation, ist der Wunsch, nicht in diesen zwangsläufig normierten Zusammenhängen zu landen, für die unser Bildungssystem ausbildet. Sondern aus ihrem Selbst heraus die Techniken anwenden zu können, so dass sie entsprechend ihrer persönlichen Initiative ein neues Ökosystem für sich selbst (und auch andere) schaffen können.

Diese Erfahrungen öffentlich verfügbar zu machen, scheint mir ein wichtiges Unterfangen zu sein. Welche Rahmenbedingungen benötigen Menschen, um selbst initiativ etwas unter-nehmen zu können? Woher nimmt man die Traute, den nächsten Schritt zu gehen? Sich eben nicht an diesen normierten Lebensmodellen und Analysen zu orientieren, sondern neue Wege zu gehen.

Vorausschauend war den Interviewten dann genau klar, welche einzelnen Komponenten sie für ihr Leben benötigen. Da sind sie bereits in der Spur, ihr persönliches Leben selbst zu organisieren.

Was wäre jetzt noch hilfreich an zusätzlichem Knowhow?

  • crossmediale Verwertungsmöglichkeiten
  • Wörterbuch für Begriffsvielfalt, wach bleiben, teilhaben
  • Umgang mit neuen Berufswegen und Austausch zwecks sozialer Hilfestellung, vernetztes Knowhow
  • Routine-Wissen, Prozesse zum Abarbeiten, Videoproduktion, Informationsdesign
  • Storytelling mit rotem Faden und Mechanismen, um Inhalte zu vermitteln, produktiver Austausch zwischen Experten, wenn alle Experten sind
  • Bildungschancen für weniger Privilegierte
  • Entspannung
  • Organisationsprozesse
  • Crowdfunding, Automatisierung von Prozessen, Webinare, Videokommunikation
  • vermittelnde Funktionalität & Austausch von Seminar-AnbieterInnen
  • kontinuierliche Weiterbildung zu aktuellen Themen
  • Blick über den Tellerrand
  • Metallverarbeitung, Arbeiten mit Holz, Wetterkunde, Elektrik, Ernährung
  • English
  • Video, Marketing-Strategien, kreative Seiten
  • Wachsamkeit bei (scheiternden) Prozessen
  • innere Haltung und Leute, denen man vertraut (Netzwerk)

Was es also braucht, und was mich aktuell am meisten beschäftigt, ist also ein Urbar-Machen dieser persönlichen Erfahrungen von Menschen, die einen selbstständigen Weg gegangen sind. Diese Goldgräberei allerdings nicht pädagogisch aufgesetzt, damit ANDERE etwas lernen. Sondern ganz gezielt primär für mich. Ich brauche Inspiration – und lasse alle öffentlich teilhaben, die so etwas auch benötigen.

Mich interessiert dabei vor allem, wie wir tragfähige Strukturen schaffen, die ein “training-on-the-job” für Selbstständige ermöglichen. Daran werde ich in nächster Zeit verstärkt arbeiten. Und Ich denke, vom Ansatz her sind wir bei ununi.TV auf einem guten Weg.

Im amerikanischen Raum ist es ja üblich, sich wechselseitig von seinen Erfahrungen zu berichten. Hier im deutschsprachigen Raum gibt es nur wenige diesbezügliche Angebote – und wenn, dann sind sie meist als öder, formaler Kurs oder Workshop konzipiert (ausser den Faltin-Talks zu Entrepreneurship, die ich auch ungemein wertschätze!).

Woran es im deutschsprachigen Raum mangelt, sind positive Role Models mit Personen, die ausserhalb des gesicherten Angestellten-Daseins etwas selbst auf die Beine gestellt haben. Die sich aus diesem Korsett der teilweise sinnentleerten Jobs befreit und ihr berufliches Leben neu ausgerichtet haben. Zumindest so erfolgreich, dass sie davon (gut) leben können. Und die einem damit Auftrieb geben, es selbst konsequent zu versuchen.

Gut, das wird sicherlich eine Herausforderung, hier Gesprächspartner/innen zu finden, die von ihren Erfahrungen berichten. Aber, Leute, nächste Woche starte ich bereits auf ununi.TV mit einer Hammerserie zu TAKE ACTION

Stay tuned! Ich freue mich darauf!

ÜberAnja C. Wagner

thinker, networker, human | .edu .ux .politics | co-founder of @frolleinflow & initiatorin @ununitv | weitere infos hier: http://acwagner.info

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