Kollaboration vs. Kooperation

Vor einigen Wochen hatte ich einen ersten Wurf verbloggt, was eigentlich Kollaboration als Kompetenz für den Einzelnen bedeutet. Die meisten anderen Ausführungen nähern sich diesem Thema eher abstrakt über die Unterscheidung von Kollaboration zur Kooperation an. Was zum Verständnis mitunter auch hilfreich sein kann.

So z. B. Harold Jarche in seinem Blogpost Principles of Networked Unmanagement aus dem Oktober 2012, dessen Analyse heute weiterhin hochaktuell ist. Der zentrale Unterschied sei das gemeinsame Ziel bei der Kollaboration, gegenüber dem offenen Teilen ohne quid pro quo bei der Kooperation, so meinte er.

Und führt weiter aus:

In einer Netzwerkgesellschaft müssten sich die organisatorischen Rahmenbedingungen ändern, da die Kooperationen in externen Netzwerken immer wichtiger werden. Für die eigene Kreativität, für das Händling immer komplexerer Strukturen etc. pp.

Teamwork würde entsprechend überschätzt. Geschlossene Teams, die blind einer Führungskraft folgten, seien überholt. Es bräuchte heute Angestellte, die sowohl kollaborieren wie kooperieren könnten. Damit in der alltäglichen Komplexität die Probleme gemeinsam gelöst würden.

Denn Probleme liessen sich in 2 Rubriken einteilen: Sie sind entweder bekannt oder neu.

Zur Lösung bekannter Probleme bräuchte es eines guten Informationsmanagements.

Neue Probleme hingegen, für die Ausnahmen von der Regel, seien die zentrale Herausforderung, zu deren Lösung es geeignetes Personal mit Zugang zu implizitem Wissen bräuchte. Hier seien kollaborative wie kooperative Techniken gefragt, die mittels der Netztechnologien gut unterstützt werden könnten.

Man müsse den Menschen verdeutlichen, dass es immer seltener auf ihr persönliches Wissen ankäme, als auf die Fähigkeit, zusammen arbeiten zu können. DAS sei die reale geschäftliche Herausforderung. Die wichtigen Business-Werte lägen im Teilen und Nutzen von Wissen. Um diesen Wertewandel zu begreifen und mitzugehen, bräuchten die Menschen Unterstützung.

Was bedeutet das (auch) für Klein-Unternehmen?

“Wir, kollektiv, sind die Lösung für unsere Probleme. Wir haben es nur noch nicht herausgefunden, wie wir uns optimal organisieren.”

Und daraus leitet Jarche dann seine Prinzipien für vernetztes Un-Management ab:

“Nur durch innovative und kontextbezogene Methoden, die Selbst-Auswahl der am besten geeigneten Instrumente und Arbeitsbedingungen, und der Bereitschaft zur Kooperation, kann produktivere Arbeit gewährleistet werden. Die Pflicht, transparent in unserer Arbeit zu sein und den Wissensaustausch zu pflegen, obliegt allen Arbeitnehmern.”

Mein Fazit:

Auch als Klein-Unternehmen kommt es darauf an, sich in diesen vernetzten Erfahrungsaustausch hinein zu begeben. Gerade kleine Unternehmen können von einem guten, flexiblen, kooperativen Netzwerk ungemein profitieren.

Die Schätze liegen auf dem Weg zwischen den Menschen. Sie gilt es zu heben und in kollaborativen Techniken dann zu einem Mehrwert zu verdichten! Damit allerdings die Menschen sich auf diesen Wertewandel einlassen, braucht es Vertrauen und einige Regeln. Und daran kann strukturell gearbeitet werden.


Auszug aus The NeWoS vom 10. Februar 2015, unserer ununi.TV Rundschau (du kannst sie hier abonnieren)

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ÜberAnja C. Wagner

denkerin, netzwerkerin, mensch | .edu .ux .politik | co-founder of @frolleinflow & initiatorin @ununitv | weitere infos hier: http://acwagner.info

2 Kommentare zu Kollaboration vs. Kooperation

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