Just in Time? (#VUCA VII/1)



Im Regionalzug unterwegs !

WEALTH DRAWING, FEAR OF LOSS

(c) Frits Ahlefeldt – hikingartist.com

“The Internet of everything changes everything”
John Chambers, CEO of Cisco.

Europa arbeitet seit zwei Jahrzehnten an sich selbst, erweitert sich ständig und damit auch seinen Arbeitsmarkt.

Dabei generiert es einerseits die Massenarbeitslosigkeit der jungen Generationen und andererseits die zunehmende Prekarisierung der Erwerbstätigen in fast allen EU-Ländern.

Eigentlich versprach der Lissabonner Vertrag 2007 den Europäern Millionen Jobs für 2014, vor allem in den neuen Bereichen der Umwelttechnologien und der Dienstleistungen und vergaß dabei sein strukturelles Defizit. Es verdrängte auch die unbequeme Tatsache, dass der Paradigmenwechsel in der EU im Regionalzug vorankommt und dass „das Internet für uns noch Neuland ist “. (Angela Merkel, 19.6.2013)

Hard- und Software werden von den Unternehmen zwar gerne übernommen, wenn sie kurzfristig die Produktivität fördern und die Betriebskosten senken. Doch außer SAP, hat Europa bislang noch kein europäisches Unternehmen der digitalen Technologien auf die Beine gebracht. Unter den Top 100 der Digital Content Industrie läuft das Berliner Unternehmen Acrolinx ein einsames Rennen als Outsider. Aber europäische Alternative zu Google, Microsoft, Apple, amazon oder Facebook gibt es nicht. China aber hat es geschafft, trotz seines Rückstands.

Daran ändern auch der mediale Aktionismus der EU-Kommissare für die Digitale Agenda nichts. Die ruht künftig in den Händen eines ehemaligen CDU Regionalpolitikers.

Die durchschnittliche Jugendarbeitslosenquote pendelt in der EU zwischen 8,1 (Deutschland) und 56% (Frankreich, Italien, Griechenland, Spanien, Portugal). Das hat für Deutschland gleich zwei Vorteile: Seinem demographischen Defizit verdankt es heute eine geringe Jugendarbeitslosigkeit. Für die Weiterführung seiner traditionellen Industriemodelle stehen die verwertbaren Humanressourcen der Nachbarn zur Verfügung, die kostengünstiger als die eigenen sind.

Politiker und Gewerkschafter haben sich bislang noch nicht ernsthaft mit alternativen Lösungen für den Paradigmenwechsel auf dem Arbeitsmarkt befasst, auch wenn immer mehr Studien die Kluft zwischen Wirtschaftswachstum und prekären Arbeitsverhältnissen belegen und 9,6 Millionen oft unfreiwillige Zeitarbeit machen.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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