Im Labor des Arbeitsmarketings 2.0 (#VUCA VII/5)



Mobile Opportunisten

WEALTH DRAWING, FEAR OF LOSS

(c) Frits Ahlefeldt – hikingartist.com

In den großen Transition Towns Europas wie Berlin, Barcelona, Amsterdam und London ist der Übergang vom alten Arbeitsmarkt zur Vermarktung der Humanressourcen im virtuellen Raum der Social Media schon sichtbar.

Dort sammeln sich die hoch qualifizierten Arbeitsmigranten aus aller Welt. Sie arbeiten in Coworking-Räumen, Betahäusern, Cafés, denn dort bleibt man in in der crowd und der Wissensarbeiter 21 entfaltet ja seine im Kreativität am schnellsten im Schwarm.

Sie sind teils die Kollateralschäden der neuen ökonomischen Unübersichtlichkeit und Zeitzeugen des Shifts, teils aber die slashers und makers, die mobil, agil und kompetent genug sind, um auf den Wellen VUCA-Ökonomie zu surfen. Sie sind nur im Transit und immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Viele von ihnen gehen zurück in ihre Heimat, sobald sie ein Geschäftsmodell gefunden haben, das sie in ihrem Heimatland erfolgreich umsetzen können. Auch so entsteht ein interaktiver Wissenstransfer.

In den ehemaligen Fabrikgebäuden des Berliner Osthafens, in Paris oder London werden ganze Etagen von großen Agenturen kurzfristig für intensive Projektarbeiten angemietet. Designer, Programmierer, Software-Entwickler, 3D Prototyper, Texter, Kameraleute aus der ganzen Welt arbeiten im 24/7 Rhythmus an einem oder mehreren Projekten gleichzeitig. Kurzfristig, und immer unter Zeitdruck (das ist Teil des Systems) werden hier alle Produkte der Webökonomie entwickelt: Online-Plattformen für Events, e-commerce, Firmenportale, Kataloge, komplette Design-Kollektionen und 3D-Prototypen. Selbst Maschinenbauingenieure werden als temporäre Mitarbeiter händeringend gesucht. Hier ist der homo laborans im Einsatz.

Die Agenturen, die diese komplexen kurzfristigen Projekte für größere Unternehmen als Zulieferer durchziehen, schöpfen auch aus den Sozialen Netzwerken die brauchbaren Humanressourcen. Die arbeiten für Unternehmen, mit denen sie nie direkt in Kontakt kommen. Das Recruiting läuft über die Online-Arbeitsmakler, die auch das Coaching, das begleitende Onboarding oder gar die Sprachkurse organisieren. All diese Bereiche der Personalpolitik gehören ja nicht mehr zu den «Kernaktivitäten», sondern sind Arbeitsmarketing 2.0 auf Zeit.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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