Neue Arbeits- und Lebensmodelle

Im Jahre 2005 eröffnete ich meinen ersten “richtigen” (WordPress-)Blog. Er lautete eduFutureBlog und lief eigentlich ganz gut. Insofern habe ich eine gewisse Affinität zur Blogosphäre, auch wenn ich mich immer schwer tat, mich als “Bloggerin” zu bezeichnen. (Aktuell habe ich ihn aus dem Netz genommen, weil ich über die alten Einträge in Ruhe rübergehen wollte – dazu fehlt mir nur leider die Muße.)

Aber wenn ich in letzter Zeit den professionellen BloggerInnen so zuhöre, dann frage ich mich mitunter, warum ich selbst nicht so mutig war, von da aus startend ein weit flexibleres, eigenes Business aufzuziehen. Der Blog fungierte für mich immer “nur” als persönliches Reflexionswerkzeug und vielleicht ein klein wenig als Marketing-Instrument. Aber immer mit Blick auf die konventionelle Welt, nie als eigenes Epi-Zentrum.

Warum tun wir uns im deutschsprachigen Raum so schwer mit diesen neuen Arbeits- und damit Lebensmodellen? Warum bin auch ich nicht weit mutiger, mich von den alten Wert-Vorstellungen, was “gute” Arbeit sei, zu lösen? Wir denken hier doch primär in den Kategorien angestellt oder verbeamtet auf der einen Seite – versus Raubtier-Kapitalismus oder Gutmenschentum auf der anderen Seite.

Wenn ich wehmütig über den grossen Teich auf die vielen, tollen Blogs und Geschäftsmodelle amerikanischer Blogger/innen schaue, dann denke ich: Wir sind alle ganz schön angepasst hier in unserem alten Europa. Ängstlich, unsere Absicherungen zu verlieren, bewegt sich hier kaum etwas. (Und jetzt kommt mir nicht mit dem Verweis, in Amiland sei ja nun wirklich nicht alles rosig. Eh klar. Darum geht’s an dieser Stelle nicht.) Maximal stellen wir uns kritisch gegen die Unbefangenheit des alten Systems, den Transformationsprozess selbst aktiv zu gestalten. Aber gestalten wir denn? Ich sehe viel Geschwätz – und wenig “Action”.

Selbst ich, die ich schon weniger in ausgelatschten Pfaden wandere, frage mich in diesen Tagen immer öfter: Warum nicht straighter neue Modelle probieren? Warum sich anschlussfähig halten gegenüber diesem Einheitsbrei an uninspirierten KritikerInnen? Warum nicht gänzlich neue Wege gehen? Warum ist das so schwer?

Ja, so denke ich aktuell vor mich hin…

Sorry for that!

ÜberAnja C. Wagner

thinker, networker, human | .edu .ux .politics | co-founder of @frolleinflow & initiatorin @ununitv | weitere infos hier: http://acwagner.info

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