Je glücklicher deine Angestellten, desto produktiver deine Firma

“Is anyone else freaking out right now?” Mr. Price asked after the clapping and whooping died down into a few moments of stunned silence. “I’m kind of freaking out.”

Dan Price, CEO von Gravity Payments, nach seiner Bekanntgabe, dass er innerhalb der nächsten 3 Jahre das Mindestgehalt aller 120 Mitarbeiter/innen auf mindestens $70.000 anhebt (siehe New York Times).


Ihr habt es vielleicht in den Medien bereits mitbekommen: Dan Price fällte die Entscheidung zugunsten eines firmeninternen “Grundeinkommens”, nachdem er die Studie von Kahnemann & Deaton aus dem Jahre 2010 sich vergegenwärtigte.

(Hier mit deutschen Untertiteln …)


In der Studie wurde nach Auswertung einer grossen Datenbasis u.a. konstatiert, dass ab einem Jahreseinkommen von $75.000 die alltägliche Lebenszufriedenheit durch Geld kaum noch steigt.

Happiness vs. Money

Die Beziehung zwischen Glück und Geld steigt nach einem Schwellenwert nur noch langsam an. [Image: Creative Commons]

Das durchschnittliche Gehalt bei Gravity Payments, der Firma von Dan Price, liegt derzeit bei $48.000.

Innerhalb der nächsten 3 Jahre soll jetzt sukzessive das Mindesteinkommen auf $70.000 angehoben werden – egal, für welche Tätigkeit die jeweilige Person eingestellt ist.

Für 30 Angestellte bedeutet diese Entscheidung eine Verdopplung ihres derzeitigen Einkommens. Seht hier, wie sie auf die Ankündigung reagierten:

Finanziert wird das Ganze über das Absinken seines eigenen CEO-Gehaltes auf ebenfalls $70.000, zzgl. der Re-Investition von 80% des jährlichen Firmengewinns in die Gehälter.

Dan Price möchte sein Gehalt erst wieder aufstocken, wenn der Firmengewinn nach Abzug der gewünschten Gehälter wieder auf dem Niveau von heute liegt.

Produktivitätsgewinn?

Eine interessante Entwicklung, die aber einleuchtend klingt. Ich vermute, die Arbeitszufriedenheit wirkt sich direkt auf die Produktivität aus.

Wir wissen ja, dass grosse innergesellschaftliche Ungleichheiten zwischen arm und reich zu erhöhter Unzufriedenheit und erhöhten gesellschaftlichen Problemen führt. Zudem das Wirtschaftswachstum behindere, wie eine OECD-Studie erst letzthin konstatierte.

Insofern wird sich das Arbeitsklima bei Gravity sicherlich weiter verbessern, was wiederum attraktiv auf zukünftige Mitarbeiter/innen ausstrahlt.

Man könnte also sagen, dieser Schritt ist eine zwar ungewöhnliche, aber an sich logische Maßnahme im Sinne des Workforce Marketings. Und damit auch ein qualitativer Sprung hin zum humaneren Arbeiten, was sich durchaus auch finanziell für den CEO auswirken könnte – zumindest mittel- bis langfristig.

Ich kann nur sagen: Chapeau!


Auszug aus The NeWoS vom 21. April 2015, unserer ununi.TV Rundschau (du kannst sie hier abonnieren)

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ÜberAnja C. Wagner

denkerin, netzwerkerin, mensch | .edu .ux .politik | co-founder of @frolleinflow & initiatorin @ununitv | weitere infos hier: http://acwagner.info

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