Faîtes vos jeux! (#VUCA VI/1)



Die Würfel sind gefallen

(c) Frits Ahlefeldt - http://hikingartist.com/

(c) Frits Ahlefeldt – http://hikingartist.com/

Wie hieß 2008 der grösste Arbeitgeber der USA? Manpower! Manpower aber rutschte inzwischen im Ranking der global players bei Forbes von Platz 23 auf Platz 140.

In wenigen Jahren hat sich die Vermarktung der Zeitarbeit weltweit auf die Sozialen Netzwerke für Business und die unzähligen Online-Jobbörsen für Freelancer verlagert.

Die neuen Generationen am Arbeitsmarkt sind digital natives und auf ganz anderen Netzwerken unterwegs: Facebook‘s Business Netzwerk BranchOut und LinkedIn. Auch die Wissensarbeiter des 21. Jahrhunderts passen nicht mehr in die Raster von Manpower oder Adecco, selbst wenn letztere alles tun, um im Geschäft der Arbeitsvermarktng zu bleiben, und das floriert.

Der Arbeitsmarkt der Zukunft verlagert sich zunehmend in das Social Media Recruiting, wo in Echtzeit Daten und Informationen verarbeitet werden können.

Hier sind auch die komplexen Jobprofile der Wissensgesellschaft erfassbar. Alle anderen Jobprofile bleiben im Sortiment der Zeitagenturen, die überall kräftig wachsen und gedeihen. Hier kaufen die Unternehmer preiswert nach dem gleichen Prinzip wie bei Saturn ein.

Wie viele Menschen arbeiten eigentlich in Europa schon in prekären Zeitarbeitsverhältnissen?

Es gibt keine verlässlichen Zahlen und wird sie wahrscheinlich auch nie geben, denn Statistiker bräuchten dafür zuerst europaweit präzise und einheitliche Anweisungen, die aber niemand geben wird.

Der Wandel vollzieht sich innerhalb des Arbeitsmarktes, innerhalb der Unternehmen und innerhalb des individuellen Arbeitslebens: Langfristig wird zu kurzfristig, ein sicherer Arbeitsplatz zu einem prekären Job. Nach außen hin bleibt alles unverändert und im D-A-CH herrscht weiter Vollbeschäftigung.

Dass es bei den großen Automobilherstellern seit Jahren vier oder fünf verschiedene Modi für die gleiche Arbeit gibt, schlägt nicht auf die Erwerbstätigenzahlen nieder, sondern nur auf die Gehaltszettel der Beschäftigten. Das Bruttoinlandprodukt steigt und das durchschnittliche Bruttoeinkommen sinkt.

Wie reagieren die Entscheider aus Politik und Wirtschaft darauf?

Sie versprechen mehr Jobs, wissen aber, dass weder der Staat noch die Unternehmen sie schaffen werden. Bei gesättigten Märkten und stagnierenden Ökonomien ist das bestenfalls Augenwischerei. Darum empfehlen sie mehr Entrepreneurship, Selbstständigkeit und freuen sich über den Anstieg der Firmengründungen und Freiberufler.

Die aber schaffen sich meist nur Nischen in den schon existierenden Marktsegmenten. Die Dritte Industrielle Revolution und die Industrie 4.0 sind noch nicht in Deutschland heimisch.

Wer sind eigentlich die Arbeit- bzw. Auftraggeber und Kunden der wachsenden Zahl der Millionen Selbstunternehmer, Startups, Firmengründer?

Die Kleinunternehmer, sagt die Regierung. Wie kommen sie in einer Unternehmenslandschaft zusammen, die von den VUCA-Impulsen bestimmt wird?

Damit hat sich die McKinsey-Studie «The Future of the Global Workplace» schon 2006 beschäftigt und kommt zu dem Schluss, dass es angesichts der 4,5 Milliarden potentieller Arbeitskräfte auf Jobsuche im Jahre 2020 keine lokalen Engpässe mehr geben dürfte, wenn die Verteiler effizient arbeiten.

Und wer sind die Verteiler?

Es sind heute in erster Linie die Sozialen Netzwerke für Business mit ihrer lokalen, regionalen und globalen Zulieferkette an Jobvermarktern, die wieder die Verbindung zur analogen Welt herstellen.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin
für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing.

Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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