Die Neuvermessung der VUCA Arbeitswelt 2.0 (#VUCA V/4)



Wieder mal zeitgerecht?

(C) Frits Ahlefeldt: MAN-EATS-MAN-EATS-MAN-COLOR http://hikingartist.com/2011/06/23/man-eating-man-illustration/man-eats-man-eats-man-color/

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Ausgerechnet die Söhne des amerikanischen Neoliberalismus lieferten die Strukturen, um die entgrenzte VUCA-Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts zu vernetzen und um die Millionen freigesetzter Elementarpartikel auf dem globalen Arbeitsmarkt wieder in einem Sozialen Netzwerk einzufangen.

  • An Jobvermittler aller Art liefern sie den Stoff, aus dem jeder sein Geschäftsmodell entwickeln und dazu noch viele neue Dienstleistungen anbieten kann, wie Onboarding, interkulturelles Personalmanagement, E-Learning-Module u.a.
  • Den Unternehmen geben sie die Mittel, ihr eigenes Humankapital zu optimieren und präventiv nach neuen Ressourcen zu suchen. Das ist das proaktive Arbeitsmarketing 2.0.
  • Die Millionen Startups und Selbstunternehmer bekommen gratis ein globales Schaufenster, in dem sie ihr Produkt und sich selbst auf dem globalen Markt präsentieren und ihr Firmenbranding entwickeln können.
  • Alle Seiten werden zu freien Netzpartnern mit unbegrenzten Möglicheiten.
  • Alle Menschen werden zu Unternehmern: liberté, égalité, entrepreneurship! Der Mensch als Firma ist die Business-Lösung des 21. Jahrhunderts, aus der Sicht der Entscheider und Konzerne wohlgemerkt.

Auf der Strecke bleiben all jene, deren Kompetenzen und Potentiale nicht in die Raster der Webökonomie und der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts passen.

Auf der Strecke bleiben auch all jene, die sich nicht immer wieder ganz neu aufstellen können oder keine alternativen Kompetenzen und Geschäfts- bzw. Arbeitsmodelle haben und die sich nicht für die beruflichen Fertigkeiten der Zukunft interessieren.

Welche reellen Vorteile haben aber

  • das individuelle Selbstmarketing,
  • das kollaborative Workforce Marketing,
  • das systemische Arbeitsmarketing 2.0?

Im Vergleich zu den Zeitagenturen, Online-Jobbörsen und Jobmaklern, besteht auf dem Sozialen Netzwerk für Business die Möglichkeit, auch passiv mitzumachen. Man ist einfach dabei, unverbindlich, ohne Engagement, und versucht, sich von seiner besten Seite zu zeigen, Interesse zu wecken, ohne sich zur Schau zu stellen.

Auf das Arbeitsmarketing 2.0 angewandt bedeutet das für die Unternehmer: Ein klares Profil zeigen, Beiträge leisten, in Gruppen mitmachen. So wird man sichtbar, ohne dabei verbindliche Ansagen bzw. Aussagen zu machen und ohne sich gleich als Jobsucher oder Headhunter zu outen. Freelancer sind übrigens auch Mikrounternehmer.

Das ist der Vorteil dieser neuen virtuellen und informellen Geselligkeit in den Sozialen Netzwerken für Business im Gegensatz zu Online-Jobplattformen. Sie verpflichtet zu nichts, ermöglicht aber vieles. Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

  • Festangestellte im Change & Switch Modus können sich durch eine passive Präsenz auf diesen Sozialen Online-Plattformen umschauen, sich mit anderen messen und die Risiken eines Statuswechsels ausloten. Sie können die Chancen und Risiken eines Statuswechsels oder eines kompletten Berufswechsels besser bewerten.
  • Ihre passiven Profile sind sogar manchmal begehrter als die aktiven Profile der Jobsuchenden. XING bewirbt gerade sie als künftige Freiberufler im Freelance und hat auch hier schon inzwischen viele Mitstreiter.
  • Unternehmer jeder Grösse dürfen am Arbeitsmarketing 2.0 teilnehmen und ihre Mitarbeiter für das Workforce Marketing fit machen. Hier liegen die grössten Herausforderungen für das andere Personalmanagement. Und hier ist auch der grösste Nachholbedarf für die deutschen Kleinunternehmen.

Selbstmarketing, Workforce Marketing und Arbeitsmarketing 2.0 bilden das magische Dreieck in der glokalen Vermarktung der Arbeit im 21. Jahrhundert.

Die VUCA-Ära hat gestern gerade erst begonnen. Auch die Vermarktung der Arbeit kommt erst allmählich in Fahrt. Die Sozialen Netzwerke für Business sind jedenfalls heute schon voll einsatzbereit.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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