Dein Unternehmen der Zukunft (KfA #03)

Angesichts der herauf ziehenden VUCA-Arbeitswelt, befrage ich Angelica Laurençon, welchen Einfluss die Transformationen auf die typischen Fragen eines Unternehmers haben. 


Die dritte, wichtige Frage eines Unternehmers lautet:

Was soll Ihr Unternehmen in 1 Jahr, in 3 Jahren, in 7 Jahren erreicht haben?

Und wie werden Sie die Zielerreichung messen?

Angelica, inwiefern wird diese Frage von der VUCA-Arbeitswelt betroffen sein?

Hier Angelicas Antwort:

Angelica Laurençon

Dr. Angelica Laurençon

Unternehmensstrategien sind  kämpferisch. Es geht um Wettbewerb und Kampf. Die Managementstrategien des 20. Jahrhunderts sind die Weiterführung der preussischen Kriegskunst und das Ziel heiligt die Mittel. Das Ziel ist die Alleinherrschschaft, besser als die anderen zu sein. Wer verliert, ist ein Looser. Wenn aber die digitale Ökonomie ein Paradigmenwechsel ist, so vollzieht sich auch in der Businesswelt ein Wandel. Was hat sich grundlegend verändert?

Der Faktor Zeit: 1, 3, 7!

Er gilt für alle Unternehmen, aber insbesondere für die Newbies auf dem Markt. Das Unternehmen 2015 hat ein Jahr, um ein klares Branding, eine eindeutige Sichtbarkeit und Findbarkeit (auf Google, XING und LinkedIN), seine Expertise ins Gespräch zu bringen und zunehmend Leads zu generieren.

Aber alle anderen dürfen auch gern den Qualitätstest ihrer Webpräsenz machen. Die neuen Messkriterien dafür sind bekannt: Die Website, die Schlüsselbegriffe der Kernkompetenzen, die eigene Markt-Identität durchgehend auf allen Kommunikationskanälen präsent und aktiv.

Dazu gehört die LinkedIn Company Page, die Google-Präsenz, Google Analytics im Backend und die Besucherzahlen der Website, der LinkedIn Firmenseite. Das Unternehmen, egal wie klein oder gross, muss seine Kernaktiväten und Kernkompetenzen mit den Kommunikations- und PR-Skills des Web 2.0 und Web 3.0 verknüpfen, sie darin einbetten. Das Unternehmen wirbt für sich selbst und wichtig hierfür ist, dass es Mehrwert bietet – als Vorleistung – und dabei gleichzeitig seine Expertise zeigt.

Die binären Messkriterien

Was sind  die neuen Masstäbe der Kunden? Sie schauen immer zuerst im Internet, kommen vom Suchbegriff  auf die Webseite – oder über sie sozialen Medien auf Empfehlung. Die Kunden (im B2B) und Partner schauen sich das professionelle Profil und die Präsenz genauer an.

Die Algorithmen der Suchmaschinen bewerten die Inhalte nach Relevanz und Pertinanz und bringen das Unternehmen auf die erste Seite, ohne dass es dafür viel Geld ausgibt. Es braucht ein Jahr, um sich eine klare Webpräsenz auf den wichtigsten Kanälen aufzubauen. Die inhaltlichen Ansprüche sind enorm, die Kosten dagegen überschaubar.

Die alten Messkriterien bleiben jedoch weiter gültig, und zwar die Zahlen: Die Aufrufe der Website, die Konversion-Rate, die Aufträge, der Umsatz und am Ende der Reingewinn.

Einem Unternehmensgründer bleiben nach dieser ersten Baustelle noch knapp zwei Jahre, um die fatale 3-Jahresfrist zu erreichen. Die meisten Startups haben jedoch nicht mehr so lange Zeit, um das nötige Kapital für ihre Geschäftsidee zu bekommen und sie erfolgreich umzusetzen. Doch 70% der etablierten Unternehmen werden sich in den nächsten 2-3 Jahren für das digitale Business komplett neu orientieren müssen!

Wie macht man das in dieser Zeit?

Durch Netzwerken, analog und digital. Durch absolute Aufmerksamkeit und Wachsamkeit im 360° Radius, denn von anderen Lernen ist oft effizienter als sich an den eigenen Ideen abzuarbeiten. Das heisst konkret:

  • Die Kunden verstehen, etwas für sie tun, was kein anderer so gut machen kann. Und das ganze kosteneffizient und betriebsintern für alle nachvollziehbar.
  • Die Märkte, Trends und Technologien im Tagesgeschäft nie aus den Augen verlieren. Den Wettlauf mit den intelligenteren Technologien haben viele schon verloren.

Wie misst sich dieser  Erfolg?

An den immer dichteren und grösseren Netzwerk (Zahlen), an der eigenen Kreativität, immer mit neuen Impulsen die eigenen Kernkompetenzen zu verbessern. Auch dieser Erfolg ist messbar. Die Sozialen Plattformen für Business haben dafür klare Indikatoren geschaffen. Daneben bleiben weiter auch die  bekannten harten Zahlen und Fakten, denn auch im 21. Jahrhundert müssen alle Unternehmen zumindest die Kosten decken und Gewinne machen. Nur so können sie auch weiter investieren.

Und 7 Jahre später….2022!

Was kann in 7 Jahren alles passieren? Vor 7 Jahren brachte die Finanzkrise in Deutschland 35.000 Unternehmen in die Insolvenz und die Visionen von einem europäischen Wirtschaftswunder des Lissabonner Vertrags von 2007 ins Jenseits.

Spätestens 2018 wird die Industrie 4.0 auch voll in Deutschland die Auslaufmodelle der Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft entsorgen. Das Zukunftmodell der Unternehmen ist ein Hybridmodellsmart & small in seinen Strukturen und Visionen.

Daran sollten wir gemeinsam arbeiten.

Wenn nicht wir, wer denn sonst in dem Wirtschafts-Wunderland Deutschland, wo 40% der Universitätsabsolventen von einem sicheren Arbeitsplatz in einer Behörde oder in der Autoindustrie träumen und viele Kleinunternehmen heute schon bei der Digitalisierung hinterherlaufen, ebenso wie die mittelständischen Unternehmen.

ÜberKlaas Kramer

Berater und Coach für Strategie und marktorientierte Unternehmensführung; Inhaber Unternehmergarten Schöneiche bei Berlin: http://www.unternehmergarten-schoeneiche.de/

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