Dein Unternehmen der Zukunft (KfA #02)

Angesichts der herauf ziehenden VUCA-Arbeitswelt, befrage ich Angelica Laurençon, welchen Einfluss die Transformationen auf die typischen Fragen eines Unternehmers haben. 


Hier jetzt die zweite, wichtige Frage eines Unternehmers:

Worin besteht Ihre Unternehmensstrategie?

Anders ausgedrückt: Für was steht Ihr Unternehmen bei seiner wichtigsten Zielgruppe? Die wichtigste Zielgruppe definiert sich als Menge von (potenziellen) Nachfragern mit einem gemeinsamen eng umrissenen Bedürfnis, auf das Ihr Unternehmen besser als jedes andere ausgerichtet ist. Wie „veredeln“ Sie dieses Bedürfnis?

Angelica, inwiefern wird diese Frage von der VUCA-Arbeitswelt betroffen sein?

Hier Angelicas Antwort:

Angelica Laurençon

Dr. Angelica Laurençon

Unternehmenstrategie 2.1

1. Säule: Ganzheitlich Denken und Handeln

Wie können Unternehmen 2.1 in einer VUCA-Ökonomie überleben? Indem sie ganzheitlich denken und handeln, meint Brian Solis. Mit anderen Worten, sie ändern ihre Unternehmensstrategie.

Ganzheitliches Denken und Handeln steht nämlich im kompletten Widerspruch zum linearen Prozess- und Plandenken, das die Unternehmenswelt des Jahrhunderts direkt von Clausewitz’ übernommen hat. Es ist ja so schön klar und gradlinig.

In einer globalisierten Ökonomie mit offenen Märkten und weltweiten Netzwerken sind Wettbewerbsvorteile, Produktivität und Rendite, kurz das finanzielle Überleben, immer noch sehr wichtig. Sie werden jedoch mittelfristig nur noch mit  einem 360° Grad Denken möglich sein.

„Global Awareness!“, das klingt verfremdet, ist aber nichts anderes als das 24/7 Monitoring der Märkte und Menschen und vernetztes Denken und Handeln.

„Think Different“, riet schon Steve Jobs und machte daraus einen Marketingslogan.

Google macht es 2015 im grossen Stil vor: “It’s time to think globally!” – und macht es Millionen Kleinunternehmern weltweit möglich! Das ist kein Lobgesang auf Google. Doch von anderen lernen gehört zum smarten Social Business.

2. Säule: Offenheit

Smarter Social Business ist nicht nur die Bereitschaft von anderen zu lernen, sondern Offenheit. Die digitale Ökonomie fordert und fördert Kompetenzen und Höchstleistung. Aber das reicht nicht mehr zum Überleben.

So mancher Konzern hat das schon zum Leidwesen seiner Mitarbeiter (und Aktionäre) zu spüren bekommen und 2015 werden etwa 25.000 Unternehmen in Deutschland aufgeben. Exzellenz und Alleinstellungsmerkmal reichen nicht für ein Dauer-Abo auf der Überholspur.

Zwischen dem endogenen Erneuerungsprozess der digitalen Technologien, den labilen Kundensegmenten und dem flexiblen Kapital ist nicht „Abschotten“, sondern Offenheit die bessere Unternehmensstrategie, analysierte Don Tapscott.

Gerade das Thema Offenheit bleibt in allen Unternehmen jedoch weiterhin eine Problemzone. Doch nur radikale Offenheit kann die Unternehmen schnell ins 21. Jahrhundert befördern. Da leben und arbeiten wir nämlich.

3. Säule: Vertrauensvorschuss

Alle Unternehmen sind zunächst kundenorientiert, bevor sie an ihre Mitarbeiter und Partner denken. Die Kunden wollen heute die kürzesten Laufzeiten von der Bestellung bis zur Lieferung oder fast perfekte Lieferbedingungen und personalisierte Konsum- oder Gebrauchsgüter. Amazon macht’s möglich und viele laufen hinterher.

Alle Unternehmen im globalen Wettbewerb müssen ihre Partnern und Kunden schon im Vorfeld überzeugen können, dass sie im digitalen Business und in der Industrie 4.0 ganz vorne an der Front kämpfen.

Wie erwerben sie diesen Vertrauensbonus im Vorfeld? Durch Workforce Marketing und offene interne wie externe Kommunikation mit ihren Kunden und Mitarbeitern.

Wo? Im Business of Kindness. Mehr dazu hier.

ÜberKlaas Kramer

Berater und Coach für Strategie und marktorientierte Unternehmensführung; Inhaber Unternehmergarten Schöneiche bei Berlin: http://www.unternehmergarten-schoeneiche.de/

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