Das Potlatch-Prinzip (#VUCA IV/11)



Biete etwas Wertvolles umsonst!

(C) Frits Ahlefeldt

(C) Frits Ahlefeldt

Alle erfolgreichen Software Produkte im Social Web sind hochwertig, denn dahinter stecken viele Entwicklerstunden, Ideen und viel Geld.

Was bieten also die Sozialen Netzwerke für Business ihren Nutzern umsonst, damit die ihnen im Gegenzug ihre Daten schenken?

Sie stellen ihnen ihre Online-Plattform frei zur Verfügung. Dort finden die Nutzer all das, was sie woanders nicht kostenlos bekommen:

  • Freien Eintritt in die permanente virtuelle Business-Messe, wo sich Anbieter, Kunden und Schaulustige und Suchmaschinen begegnen können. Sie müssen nur wissen, wo, was und wie sie suchen. Grundkenntnisse in SEO gehören zu den Kompetenzen der Wissensgesellschaft 21.
  • Außerdem kann hier jeder seinen virtuellen Stand aufmachen, um diskret zu akquirieren. Hier bekommt er auch viele nützliche Anleitungen, wie man ihn richtig aufbaut und betreut.
  • Als Zuschlag bekommen alle noch eine URL und Widgets, um die Profilseite zur eigenen Website zu verlinken.
  • Eine kleine Mini-Plattform, auf der sie ihre Kontakte und Informationen vernetzen, und das alles umsonst.

Was bekommen die Betreiber als Gegenleistung? Viele wertvolle Informationen:

Zunächst einmal den User Generated Content, mit anderen Worten, das Feedback der Zielgruppe, dass das Produkt auch gut ankommt. Dazu dienen die Indikatoren wie die Freemium Version. Ob sich dann der Nutzer für die Premium-Pauschale entscheidet oder bei der Basisnutzung bleibt, in beiden Fällen bekommt der Entwickler und Betreiber ein wertvolles Feedback:

  • Die neue Dienstleistung wird vom Nutzer akzeptiert und von ihm in den täglichen Gebrauch integriert.
  • Der Kunde ist bereit, für diese Dienstleistung zu zahlen, weil er sich davon einen Mehrwert verspricht.
  • Das Produkt ist gut und für die Weiterentwicklung können somit leichter Investoren überzeugt werden.
  • Und vor allem Millionen wertvolle Nutzerdaten umsonst!

Je mehr Nutzer von der kostenlosen Basisanwendung ins Premium übergehen und je schneller sich dieser Prozess vollzieht, desto besser stehen die Chancen, die Online-Plattform zu kapitalisieren und ständig zu verbessern.

Potlatch enthält auch immer eine verschlüsselte Botschaft und die lautet im Falle der Sozialen Netzwerke für Business:

Beim professionellen Netzwerken wird jeder Nutzer zum Zensor und Mentor in eigener Sache. Er allein bestimmt die Qualität des eigenen Netzwerkes und seines Profils. Darum sollte sein Netzwerk nur aus Kontakten bestehen, die ihm nützen und nicht schaden.

Die Qualität und nicht die Menge der Kontaktpersonen ist entscheidend für das eigene Ranking. Welche Kriterien sind dabei ausschlaggebend?

  • Das Profil der ausgewählten Kontaktperson ist vollständig und kein Avatar. Erst so wird es von den Suchmaschinen gerankt und gibt dem eigenen Profil einen Mehrwert.
  • Die Kontaktpersonen sind bereit und auch in der Lage, die Kenntnisse und Kompetenzen mit SEO Schlüsselbegriffen zu bestätigen.
  • Die Kontaktpersonen geben authentische Empfehlungen.
  • Die Kontaktpersonen spammen nicht mit persönlichen Werbebotschaften (Workshop-Angebote, Publikationen) und beachten die Netiquette.

Und was bringt das im Backend dem Plattform-Betreiber?

Er erhält dadurch weitere wichtige Daten unbegrenzt verwertbar und die Kreise werden immer größer und zahlreicher.

Hier ist genau die Schnittstelle, wo informelles Netzwerken, die Business-Kontaktbörse und das Arbeitsmarketing 2.0 ineinandergreifen und sich zu einem nachhaltigen Milliardengeschäft entwickeln.

Dass man mit der kostenlosen Dateneintreibung Milliardengewinne machen kann, gehört mit zur neuen immateriellen Ökonomie. Daraus entstanden in den letzten zehn Jahren die größten Vermögen weltweit mit einem minimalen Einsatz von Humanressourcen und ohne dabei die natürlichen Ressourcen zu verschleudern, die Umwelt zu zerstören und den Mensch als Arbeitstier auszubeuten.

LinkedIn beschäftigt etwa 3.300 Mitarbeiter und realisiert dabei mit wenig Betriebskosten Gewinne, die viele deutsche Grossunternehmen vor Neid erblassen lässt. Facebook hat ca. 4.500 Beschäftigte weltweit und Google zählt über 50.000 Festangestellte. Alle drei sind Champions in der Erwirtschaftung eines Riesenvermögens mit immateriellen Ressourcen. Google macht Millionengewinne, stellt aber auch massenweise hochqualifizierte Mitarbeiter ein, während Siemens bei hohen Gewinnen lieber massenweise Stellen abbaut.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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