Das philantropische Opfer (#VUCA IV/07)



… in eigener Sache?

(C) Frits Ahlefeldt

(C) Frits Ahlefeldt

Im Vergleich zu den großen Soft- und Hardware Entwicklern der Webökonomie wie Microsoft (80.000 Mitarbeiter), Apple (100.000) und Samsung (250.000) sind die Sozialen Netzwerke für Business beispielhaft für ihre schlanke und dezentrale Unternehmensstruktur und für ihr Workforce Marketing, das sie in eigener Sache einsetzen.

Als Geschäftsmodell und als Labor für das Arbeitsmarketing 2.0 liefern sie allen aufmerksamen Nutzern die Gebrauchsanweisung frei Haus und zeigen in unzähligen Tutorials, wie jeder mit wenigen Mitteln seine Sichtbarkeit, sein Ranking und sein Online-Reputationsmanagement 2.0 optimieren könnte.

Wenn man das lukrative Geschäftsmodell dahinter kurz vergißt, geben sie aber auch den Millionen freigesetzten Wissensarbeitern die Möglichkeit, sich auf dem globalen Arbeitsmarkt ganz neu aufzustellen, sich zu verbinden und vielleicht sogar jenseits des kannibalen Kapitals neue Freiräume für „a better working life“ zu vermessen. Sie bieten den Elementarpartikeln der Freelance-Ökonomie den virtuellen Raum, um sich selbst zu organisieren. Das wäre die soziale und philanthropische Leistung der Sozialen Netzwerke für Business.

  • Diese Leistung betrifft die Generation 1,2,3, die slashers. Sie versuchen, sich in der VUCA-Ökonomie durch Multikompetenzen und professionelle Vielseitigkeit abzusichern.
  • Sie nutzt den Makers, die die digitalen Technologien mit den Fertigkeiten der Handwerker und Tüftlern verbinden wollen.
  • Sie richtet sich an die Generationen XY, die von den Unternehmen nach und nach aussortiert werden, weil sie zu alt, zu teuer oder nicht mehr verwendbar sind, um ihr Wissen und ihre Erfahrungswerte schnell in die neu entstehenden Nischen einzuordnen. Darunter sind auch viele Frauen.

„Wir werden nie wieder so arbeiten wie früher,“ steht auf der Titelseite des französischen Wirtschaftsmagazins AlterEco, Mai 2014:

„Der Arbeitsmarkt des 21. Jahrhunderts wird von Coworking, Nomadismus, kollaborativem Management und Selbstentrepreneurship bestimmt werden, egal in welchen Bereichen. ‘Für 80% der Beschäftigten heute wird das zur existentiellen Bewährungsprobe.’“


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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