Change Agents (#VUCA IV/03)



Konfliktloser Wandel im Freiraum

(C) Frits Ahlefeldt

(C) Frits Ahlefeldt

Was haben die Sozialen Netzwerke für Business wie LinkedIn, XING und andere auf dem globalen Arbeitsmarkt verändert?

Sie sind Teil der VUCA-Welt, haben aber nicht den Arbeitsmarkt demontiert. Das haben die Unternehmen zusammen mit den Politikern schon vorher erledigt.

Die Online-Plattformen für Business begleiten den Veränderungsprozess jedoch, indem sie den Betroffenen, und zwar den Millionen Kleinunternehmern und freigestellten Erwerbstätigen, eine neue Metaebene zur Verfügung stellen, auf denen sie sich positionieren, profilieren, Informationen und Menschen suchen und schnell finden können. Sie sind die Change Agents.

Auf dieser Metaebene sind sie theoretisch den Multis gleichgestellt, zumindest was die Informations- und Suchmöglichkeiten im Netz angeht. Die multinationalen Konzerne sind nicht mehr die einzigen, die den globalen Überblick haben können.

LinkedIn, Viadeo und XING besetzen zwischen den strukturellen Veränderungsschüben der Unternehmenslandschaft Leerräume und entwickeln darin eine virtuelle Agora. Sie ist allen zugänglich, aber nützt vor allem den Wissensarbeitern und Unternehmen der freien Wirtschaft, wenn sie diese Business-Lösung richtig einsetzen. Das kostet sie Zeit und einen Jahresbeitrag ab 450€ (Premium).

Dort können die Leistungsträger der VUCA-Ökonomie all das finden, was ihnen das ständige wechselnde Umfeld ihrer Arbeit mit oder in den Unternehmen nicht mehr geben kann:

  • Einen offenen Ort der Sozialisierung (Kontakte), Wertschätzung (Empfehlungen), Sichtbarkeit (Profil) und Austausch (Gruppenbeteiligung);
  • die Wiederherstellung der sozialen Identität. Die kommt nämlich mit der Zerlegung der alten Arbeitsstrukturen und dem ständigen Wechsel der Kompetenzraster zu allererst abhanden. Die soziale Identität heißt jetzt i-Reputation oder Online-Reputation und wird zum QR Code im Netzverkehr. Mehr dazu in Kapitel 9, Abschnitt 3.
  • Die Möglichkeit, nützliche Informationen zu finden, auszutauschen, zu vernetzen und sich nach dem DIWO-Prinzip durch Praxiswissen und Interaktion immer auf dem Laufenden zu halten.
  • Die Erstellung einer eigenen persönlichen und professionellen Zeitschiene, um die vielen verschiedenen Wissenskomponenten aneinanderzureihen, wobei sich beim Wissensarbeiter 21 mehrere Ebenen ständig überkreuzen können.

Diese Change Agents sind

  • durch die Beschleunigung der Veränderungsprozesse sowie
  • die Anhäufung der Millionen Nutzerdaten

der Entwicklung auf dem globalen Arbeitsmarkt schon einige Schritte voraus. Die Sozialen Netzwerke liefern darum auch Lösungen, ins Web 3.0 und in das Big Data Recruiting mit einzusteigen, die für manche wirklich Neuland sind.

Was die Grosskonzerne wie Bosch seit Jahren schon vorantreiben, weil sie den Überblick haben und die Chancen wahrnehmen müssen, bleibt für viele Kleinunternehmer und ihre temporären Zuarbeiter noch ziemlich unüberschaubar. Aber die Zukunft ist schon da, sie ist nur ungleich verteilt.


  • Stay tuned

    Der nächste Auszug folgt demnächst.


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ÜberAngelica Laurencon

Dr. Angelica Laurencon lebt und arbeitet in Berlin und Clermont-Ferrand als Mentorin und Unternehmensberaterin. Als Dozentin für internationale Masterstudiengänge im Internationalen Management gibt sie ihr Praxiswissen an die zukünftige Managergeneration weiter und begleitet sie als Mentorin für Community Management, Learning Management Systems und Workforce Marketing. Sie ist Gesellschafterin und Mitbegründerin von connect2communicate und Expertin für Wissenstransfer 2.0 und Learning Management im interkulturellen Kontext.

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