Was kann man als arbeitende Einzelperson schon tun?!

Richard Sennett äußerte in der Berliner Zeitung vom 11. April 2015 sein Bedauern, dass der deutsche Bildungsbegriff dem neoliberalen Kapitalismus geopfert wurde.

Auch wenn ich persönlich sehr enttäuscht bin von Sennett, sich nur rückwärtsgewandt mit den Veränderungsprozessen zu beschäftigen statt nach Transformationspotenzialen zu forschen: Diesen beruflichen Wandel sollten wir nachhaltig verstehen lernen. Im Interesse des eigenen Überlebens.

Während früher zumindest MANCHE Menschen ihrer Berufung nachgehen und sich entsprechend beruflich ausrichten konnten, gelangen wir jetzt an einen Punkt, an dem sich Job und Sinnentfaltung für NAHEZU ALLE komplett voneinander abkoppeln werden.

Für genau diese Entwicklung steht die Übernahme von lynda.com durch LinkedIn.

In der VUCA-Welt hat sich LinkedIn nämlich hervorragend positioniert, wie Angelica Laurençon in ihrem eBook prima darlegt.

Digitale Transformation

Die digitale Globalisierung treibt die Transformation sämtlicher Gesellschaftsbereiche voran. Und damit konkurrieren Unternehmen nunmehr weltweit um die besten Köpfe. Während gleichzeitig immer mehr klassische Jobs ersetzt werden.

Mittendrin der einzelne Mensch, der gar nicht versteht, was genau passiert und wie er oder sie sich rüsten kann. Hier einfach STOPP zu rufen und die Digitalisierung zu beenden, wie Sennett hofft, halte ich aus verschiedenen Gründen für nicht machbar. Darauf will ich an dieser Stelle nicht eingehen.

Während also unser bekanntes Koordinatensystem komplett verrutscht, blicken wir kopfschüttelnd auf unser Bildungssystem, das per se überfordert zu sein scheint. Auch darüber will ich an dieser Stelle nicht länger nachdenken.

Statt dessen nurmehr einen Blick auf das Workplace Learning werfen – also das Arbeiten am Arbeitsplatz. Aus User-Sicht, weil hier ein unmittelbarer Bedarf gerade entsteht. (Sicherlich, auch junge Menschen sollten gut vorbereitet werden für ihre Zukunft. Aber aktuell geraten all die unvorbereiteten Berufstätigen ins Rutschen. Und da besteht drängender Handlungsbedarf!!!)

Was tun aus User-Sicht?

Die Frage des Einzelnen bleibt: Was tun? Wenn schon die Institutionen einfach im alten Rhythmus weiter machen, wie stelle ich mich auf? Wie halte ich den Anschluss und entwickle mich in der Dynamik der globalen Digitalisierung weiter?

Ich persönlich glaube auch da nicht mehr an formalisierbare Prozesse, da unsere Systeme und Prozesse den sich ständig wandelnden Anforderungen gar nicht gerecht werden können. Ich glaube da nur noch an die kollektive Intelligenz der Crowd. Sie kennen ihr Arbeitsumfeld und die Potenziale am ehesten. Diese Menschen müssen wir im ersten Schritt enablen, dies für sich wahrzunehmen.

Und dann im zweiten Schritt darüber wachen, dass hier kein “Survival of the fittest”-Wettstreit ausbricht. Sondern wir flankierend schauen müssen, wo Menschen zurück bleiben und überfordert sind. Und diese dann formalisiert unterstützen. Neben weiteren ordnungspolitischen Maßnahmen.

Unser Ansatz

Wir bei ununi.TV kümmern uns erst einmal um den ersten Schritt – für all diejenigen, die kurz davor sind, unter die Räder zu kommen. Und das sind auch und vor allem Menschen im Kontext von Klein(st)-Unternehmen. Diese unterstützen wir zukünftig mit unserem FlowCampus.

Wir bieten damit eine langsam wachsende, etwas formalisierte Struktur für informelle Weiterbildungsprozesse an. Und versuchen die Mitarbeiter/innen per learning-by-doing als training-on-the-job auf den Pfad der Digitalisierung mitzunehmen. Siehe hier eine Grafik aus unserem Smarter Learning Thinking-Ansatz, damit Ihr erkennt, wo wir uns positionieren.

Workplace Learning aus User-Sicht

CC BY FrolleinFlow / ununi.TV

Dies als Background zu unseren Überlegungen, warum wir dort ansetzen. Ich denke, Weiterbildung kann in Zukunft nur noch on-the-fly erfolgen. Und das beständig.

TAKE ACTION

Die entscheidende Frage wird nunmehr sein: Wie erfahren Klein(st)-Unternehmen davon, dass es uns gibt? Dies wird zunächst die grösste Herausforderung für uns sein.

Kontaktiert mich, bitte, wenn Ihr Ideen habt, wie wir unser Angebot an unsere Zielgruppe herantragen könnten. Ich brauche euch!!!


Grundlage als Auszug aus The NeWoS vom 14. April 2015, unserer ununi.TV Rundschau (du kannst sie hier abonnieren)

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ÜberAnja C. Wagner

thinker, networker, human | .edu .ux .politics | co-founder of @frolleinflow & initiatorin @ununitv | weitere infos hier: http://acwagner.info

Ein Kommentar zu Was kann man als arbeitende Einzelperson schon tun?!

  1. Patrick sagt:

    Fakt ist, dass die Digitalisierung nicht zu stoppen ist. Wir als Menschen sind schon genetisch dazu veranlagt uns an veränderte Umstände anzupassen. Leider oder zum Glück kommen wir in der Arbeitswelt darum auch nicht herum. Es ist unumgänglich mit den Fortschritt zu gehen. Für die Unternehmen als auch für die Mitarbeiter.

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