Als der Flow der Bildung hinterher jagte …

Alle sind sich einig, wenn es darum geht, DASS etwas geschehen muss mit unserem Bildungssystem. Nur WIE, dazu existieren verschiedene Ansätze. Fast allen gemeinsam ist: Sie springen zu kurz.

Worum es mir geht

Ähnlich wie beim Grundeinkommen verharren wir angesichts des komplex erscheinenden Übergangs im Altbewährten. Viele ahnen: Es müsste richtig ordentlich krachen, damit wir das System transformieren. Nur, wie kommen wir dahin? Und wohin überhaupt?

Die Bestandswahrer_innen haben es da einfach, ihre Stellungen zu verteidigen. Wer weiss, was hinten raus kommt, wenn niemand das zukünftige Erfolgsrezept kennt? Also doktern wir an den bekannten Stellschrauben.

Aber bringt das noch was im 21. Jahrhundert? Erst recht bei all den Veränderungen, die uns bevor stehen?!

Kein Buzzword-Bingo

Ich habe mich vor einiger Zeit auf den Weg gemacht. Ich möchte grundlegend verstehen, wohin wir treiben und wie man diesen Prozess sinnvoll begleiten und gestalten kann. Als Individuum, als Community und als agiles Unternehmen.

Mir gehen diese ganzen ideologischen Verkürzungen ziemlich auf den Keks. Dieses Anführen trendiger Gewissheiten – von der Unumstösslichleit bisheriger Bildungsinstitutionen über das repetitive Anführen vermeintlich neuer Bildungsformate (MOOCs, OER, Mobile Learning, Game Based Learning etc. pp.) bis hin zu den selbstgewissen Verfechtern traditioneller E-Learning-Angebote.

Kein Trend ist zu banal, als dass er nicht durch’s Dorf getrieben würde und in den Konferenzräumen und bezahlten Vortragsreden Eingang fände. JEDER ist hier auf einmal Experte oder Expertin. Denn JEDER ist ja mal zur Schule gegangen. Oder kennt jemanden, der gerade zur Schule geht. Ihr kennt das …

Aber: Hallo? Worüber sprechen wir hier eigentlich? Über unsere gemeinsame Zukunft vielleicht? Wäre es nicht an der Zeit, hier ernsthaft und seriös den Fragen unserer Zeit nachzugehen? Und nicht den Sonntagsreden vermeintlicher Expert_innen zu lauschen, die allesamt kaum innovativ arbeiten und diese Trends praktisch nie erprobt haben. Zumindest nicht an sich selbst.

Beginn einer Serie zu Social Learning

Ich würde gerne ernsthaft mit all denjenigen diskutieren, die weniger ihre persönliche Reputation oder das geschäftliche Profitstreben als das inhaltliche Anliegen eint: Wie sollte das Bildungssystem der Zukunft ausschauen? Sowohl gesamtgesellschaftlich als auch im Kleinen.

In nächster Zeit werde ich mich weiter diesem Thema annähern. Versuchen, mir ein Bild zu machen, was ich jedem Einzelnen, die/der interessiert ist, guten Herzens empfehlen würde, was er/sie denn tun könnte, um einen Beitrag zu leisten. Damit wir alle sinnvoll überleben. Um nix weniger geht es hier.

Von daher starte ich heute mit einem ersten Überblick zu den Arbeitsplatzzahlen in Deutschland. Natürlich würden mich auch Zahlen anderer Länder interessieren, aber das ist sehr aufwändig, alles zu organisieren. Auch diese hier angeführten Zahlen musste ich mir mühsam zusammen suchen. Man findet sie nicht so im Überblick. Das Statistische Bundesamt stellt die Zahlen anders zusammen. Da sie ja gar nicht das bestehende Bildungs- und Arbeitsmarktsystem in Frage stellen, sondern als gegeben hinnehmen. (Ähnlich die aktuelle brand eins, wie ich zwischenzeitlich erfahren habe.)

Startschuss gefallen

Insofern hier meine erste Annäherung. Neben den angeführten Kern-Erwerbstätigen müsste man jetzt noch die Gruppen der Frührentner_innen, der Privatiers, der Schwarzarbeiter_innen, der Arbeitslosen, der Kranken etc. pp. stellen. Erst dann bekäme man in der Übersicht ein abschliessendes Gefühl dafür, wie unsere Gesellschaft aktuell organisiert ist.

Dieses Gefühl benötigen wir, um die Strukturen unseres Bildungssystem nachvollziehen zu können. Und natürlich, was man eventuell verändern müsste, um die vorhandenen Schieflagen anzugehen.

Das ist jetzt der Startpunkt. Und wir werden sehen, wo es uns hinführt. Ziel ist, möglichst jede Ideologie zu hinterfragen, die uns bei diesem Thema lähmt. Statt dessen ein maximal nüchternes Abbild unserer Gesellschaft und ihrer Bildungsorganisation zu zeichnen.

In diesem Sinne: Stay tuned!

ÜberAnja C. Wagner

denkerin, netzwerkerin, mensch | .edu .ux .politik | co-founder of @frolleinflow & initiatorin @ununitv | weitere infos hier: http://acwagner.info

Ein Kommentar zu Als der Flow der Bildung hinterher jagte …

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