Hybride Kleinst-Unternehmen sind die wahren Profiteure zukünftiger Arbeitsmodelle

Dieser Beitrag versteht sich als Teil der Blogparade von The New Worker zur perfekten Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter. 


Robi @ ununi.TV

Willkommen, Robi!

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Toll, Robi!

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Glück gehabt …

Die Produkte und Dienstleistungen von morgen sind die Summe der technologischen Möglichkeiten von heute.

Hinter dem Begriff Industrie 4.0 steht die Vernetzung von Kopf und Maschine und die unbegrenzte Reichweite des Webs. Eine Studie von GE & Accenture belegt: Die Industrie 4.0 ist im Wesen hybrid und damit resistent und anpassungsfähig.

Robi @ ununi.TV

Sie füttern ihn mit Algos …

Im Zeitalter der Industrie 4.0 vollzieht sich auch die Neuordnung der Arbeitswelt, wobei die alten Strukturen lautlos, schmerzlos und unverbindlich entsorgt werden.

Darin unterscheidet sich die Vierte Industrielle Revolution von ihren Vorgängerinnen. Arbeiten 4.0 wird zur synchronen und asynchronen Kommutation zweier Welten.

Für die Unternehmer_innen, und insbesondere die Kleinunternehmen, die ganz vorn in der ersten Reihe stehen, ist diese neue Herausforderung enorm. Denn die neuen Arbeitsmodelle sind nicht nur hybrid, sie sind auch in stetiger Weiterentwicklung wie die digitale Revolution:

Beta für immer.

Das hybride Kleinunternehmen 4.0

Die Produkte und Dienstleistungen 4.0 kommen vor allem aus kleinen Strukturen, die sich ständig verändern müssen. Es sind jene Hybridgebilde und Smart Services, die gerade vor unseren Augen entstehen.

Damit sind nicht nur die Serial-Entrepreneurs der Startup-Szene und Kreativindustrie gemeint, sondern vor allem die neuen Kompetenz- und Kooperationscluster, die die Kleinunternehmen aus der fatalen Vereinzelung in offene Partnerschaften bringen.


Dazu gehören u.a. auch die Potenziale des Crowdfundings, die Genossenschaften und die Bürgeraktiengesellschaften.

Es bleiben Randerscheinungen, solange hierzulande weiter das mittelständische Familienunternehmen als Erfolgsmodell gilt. Aber auch die werden inzwischen reihenweise von Chinesen aufgekauft.

Robi @ ununi.TV

Internationale Kommunikation zwischen Mensch & Maschine

Das Kleinunternehmen 4.0 arbeitet insofern zunehmend in hybriden Strukturen, weil das ökonomische Umfeld es erfordert und die technologische Entwicklung heute alles möglich macht:

  • Dezentrales, synchrones und asynchrones Zusammenarbeiten und die simultane und räumlich unbegrenzte Datenteilung.
  • Die Endgeräte werden immer leichter und kleiner, die Software immer intelligenter und schneller und die Daten- und Informationsvernetzungen effizienter.
  • Cloud-Computing, Online-Plattformen und dezentralisierte Arbeitsprozesse bieten insofern enorme Flexibilität und unbegrenzte unternehmerische Freiheit.

Sofern die Kleinunternehmen nicht gerade in einem Internet-Entwicklungsland leben, können sie ihre Standorte nach ganz neuen Kritieren wählen. Die Unternehmen sind heute somit nicht mehr standortgebunden, demateralisieren sich und die Wertschöpfung findet zunehmed in virtuellen Unternehmen statt.

Für die Unternehmer_innen ist das eine Chance. Für die Gesellschaften insgesamt ein nachhaltiges Risiko, wenn sie auf dem alten Sozialmodell und der Umverteilung basiert sind.

Der hybride Arbeitsplatz

Julia @ ununi.TV

Hallo, Julia!

Julia @ ununi.TV

Wer sagt’s denn? Mehr Mädels in MINT 🙂

Julia @ ununi.TV

Cool, kann ich nachvollziehen.

Die Menschen können heute den Arbeitsort freier wählen, weil sie ihre Arbeitsumgebung überallhin mitnehmen können. Auch das ist ein positiver Faktor seit der dritten industriellen Revolution.

Die Arbeit kommt verstärkt zu den Menschen und nicht mehr umgekehrt, vorausgesetzt, sie sind Wissensarbeiter_innen und keine Wanderarbeiter_innen im globalen Versklavungsstrom.

DEFINITION WISSENSARBEITER_INNEN

Wissenarbeiter_innen sind nach Peter Drucker Erwerbstätige, deren Hauptkapital ihr Wissen darstellt:

Zum Beispiel Software-Entwickler_innen, Ärzt_innen, Ingenieur_innen, Wissenschaftler_innen, Rechtsanwält_innen, Architekt_innen, Journalist_innen, Projektmanager_innen, Internet-Arbeiter_innen und sämtliche gut ausgebildeten, kreativen Personen, deren Job es primär ist, zu denken, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Viele der modernen Wissensarbeiter_innen arbeiten in ihrem SOHO (self organized home office).

Andere sitzen in Coworking Spaces irgendwo auf der Welt.


Feste Arbeitsverhältnisse werden immer seltener, selbst wenn der Traum davon immer noch zur schönen heilen Arbeitswelt vieler Millenials gehört.

Oft arbeiten sie aber zu Bedingungen, die ihre Urgrossväter noch auf die Barrikaden getrieben hätten.

Julia @ ununi.TV

Die Arme – auch nachts noch arbeiten …

Agiles Projektmanagement, Freelancer, befristete oder freie Mitarbeiter_innen sind die neuen Hybridmodelle des selbstorganisierten Arbeitens 4.0, die die bisherigen Arbeitsmodelle ergänzen und zu einer Entgrenzung von Arbeits- und Freizeit führen können.

Die Freelance-Ökonomie gilt als Hoffnungsträgerin im Strukturwandel, ermöglicht aber nur den kreativen Wissensarbeiter_innen, den Digital Workers und ihren Auftraggeber_innen, eine flexiblere Gestaltung ihrer Arbeit.

Theoretisch und praktisch hätten wir zwar dank der digitalen Revolution zum ersten Mal die Möglichkeit, generell ein erfreulicheres Arbeiten für sehr viele zu ermöglichen. Aber der Weg dahin ist weit.

Es braucht neue Rahmenbedingungen, die einen fairen Interessensausgleich aller Beteiligten gewährleisten. Vielleicht wird uns diese Koordination bald eine intelligente Maschine abnehmen?!

Die multifunktionellen Hybridarbeiter_innen

Julia @ ununi.TV

WAAAS? Julia lernt künstliche Intelligenz????!!!

Moderne Wissensarbeiter_innen werden aufgrund ihrer ständig erweiterten Wissensbasis in unterschiedlichen Projekten zu multifunktionalen Hybriden. Dieser Begriff kann durchaus positiv sein, denn hybride Organismen sind besonders widerstandsfähig und Teil des Evolutionsprozesses.

Aus der Slasher und Freelance Bewegung in Frankreich, Italien, den USA und Grossbritannien kommen die innovativsten Arbeitsmodelle, um dem etwas entgegen zu setzen.

Das Hybrid Business Model gehört dazu:

Die Industrie 4.0 automatisiert Routinearbeiten, nicht nur in den Werkshallen, sondern auch bei den Wissensarbeiter_innen.

Was das konkret bedeutet, haben die MIT-Forscher Erik Brynjolfsson und Andrew McAfeein ihrem Buch Race against the machine ausreichend erklärt:

Fakt ist, dass sich durch die Industrie 4.0 die Arbeitswelt polarisiert. Etwa die Hälfte aller Routinearbeiten wird in den nächsten drei Jahren von intelligenteren Maschinen aus der Watson-Dynastie übernommen werden.

Auch die bisherige Arbeit von Wissensarbeiter_innen. Denn was als Routinearbeit schon in naher Zukunft gelten wird, lässt sich derzeit grob erahnen: Es sind die Arbeiten von Ärzt_innen, Architekt_innen, Lehrer_innen, Projektmanager_innen usw. usf.

Die bisher am unteren und oberen Qualifikationsrand eingeordneten, weniger automatisierbaren Kompetenzen gewinnen dagegen an Bedeutung:

  • Die einen, weil sie erfahrungs- und interaktionsbasiert sind und sich in Branchen bewegen, die noch nicht disruptiv durcheinander gewirbelt wurden, wie z.B. manche Sozialberufe.
  • Die anderen, weil sie in sich schon die künftigen Erweiterungspotenziale für das Leben 4.0 angeeignet haben, wie z.B. die MINT-Berufe.

Aussicht auf neue Jobs

Neue Jobs entstehen durch die neuen Freiräume der sozio-technologischen Veränderungen:

  • Durch den unmittelbaren Zugriff auf weltweit verfügbare Daten und Know-how und die Mensch-Maschine-Interaktion entwickeln sich neuartige Möglichkeiten der technischen Assistenz für die Wissensarbeiter_innen.
  • Das sogenannte Reworking of Work entsteht hier, das viele ungeahnte Jobs an den beiden Extremen schafft und viele Freiräume für die Kleinunternehmen.
  • Viele kleine Unternehmen experimentieren derzeit mit neuen Arbeitsmodellen, da es einen großen Bedarf nach faireren Arbeitsbedingungen gibt. Genau darin liegt unter Umständen ein ordentliches Innovationspotenzial. Vgl. dazu: Freedom, Inc.: Free Your Employees and Let Them Lead Your Business to Higher Productivity, Profits, and Growth*

  • Zudem entstehen durch die Freisetzung vieler Arbeitskräfte auf dem kapitalistischen Arbeitsmarkt jede Menge sinnvoller, eigeninitiativ aufgesetzter Jobs im Social Entrepreneurship-Kontext. So die These von Jeremy Rifkin, die wir hier bereits vorgestellt hatten.

Take Action, Kleinunternehmen

Genau dieser sich ständig verändernde Möglichkeitsraum wird also zur Dauerbaustelle der existenten und noch entstehenden Klein(st)-Unternehmer_innen, denn sie werden unvorbereitet zu Architekt_innen komplexer Hybridkonstrukte, für die es keine Vorlagen, aber auch keine Alternativen gibt.

Die Kleinst-Unternehmer_innen müssen letztlich allein oder im Verbund mit Gleichgesinnten ...

  • das flexible Gerüst dieser neuen hybriden Arbeitsumgebung bereitstellen,
  • Kompetenzraster für Jobs in progress schaffen,
  • Richtlinien für ihr Arbeitsmarketing erstellen, damit die multifunktionalen Kompetenzen der Mitarbeiter_innen auch professionell weiterverwertet werden können,
  • Meilensteine für die Verarbeitung interner und externer Innovationsprozesse setzen,
  • Kontrollmechanismen einbauen, denn auch beim Arbeiten 4.0 ist Vertrauen gut und Kontrolle angebrachter.

Im Grunde sind sie die Held_innen der modernen Zeit und unfreiwillige early adopter unkontrollierbarer Hybridmodelle:

Sie helfen sich selbst mit der Entwicklung neuer, kreativer Produkte und sozialen Dienstleistungen.

Und sie helfen den vielen freigesetzten Wissensarbeiter_innen, indem sie ihnen eine kleine Hoffnung bieten. Auch wenn sie nur selten die Gehälter von früher zahlen können.


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Über lawa

Angelica Laurençon und Anja C. Wagner haben sich entschieden, manche Beiträge gemeinsam zu erstellen. So erhalten wir einen breiteren Blick auf die moderne Arbeitswelt. Angelica arbeitet ansonsten als Unternehmensberaterin & Anja fungiert v. a. hier als Netzwerk-Dirigentin.
Wir arbeiten verstärkt hier --> FLOWCAMPUS 4.0
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